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Lese-FORUM mit guten Buchvorschlägen

Einen kurzweiligen Abend und eine gut gefüllte Liste mit Buchvorstellungen brachte das Lese-FORUM „Und was lesen Sie so?“. Sechs Leserinnen und Leser stellten für das FORUM Bomlitz insgesamt zehn Bücher vor, die sie selbst schätzen und gern weiterempfehlen. Und immer merkte man: Wenn man wie bei einem Buch „Herzblut“ dabei hat, ist es kein Problem, auch im freien Vortrag für etwas zu werben. Die thematische Bandbreite ging von Belletristik über fremde Länder, Liebe und Trauer über Thriller bis zum Sachbuch mit praktischen Tipps.

Die Buchliste des Abends finden Sie hier auf der Website. Wer beim nächsten Lese-FORUM gern ein Buch vorstellen möchte, kann sich wenden an Torsten Kleiber, Tel. 05161/48413 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

 

Die Kurzbeschreibungen sind außer bei „Chronik der Pulverfabrik Bomlitz“ jeweils entnommen bei „amazon.de“.

 

Andreas Eschbach: Das Jesus-Video

Belletristik, 651 Seiten

Kurz vor der Jahrtausendwende lässt uns Andreas Eschbach einen Blick in die Zukunft werfen. Er dreht aber die Uhren zurück: Wie kommt die Bedienungsanleitung für eine Videokamera in ein 2000 Jahre altes Grab in Israel?

Der Entdecker Stephen Foxx hat nur eine Erklärung: Jemand muss versucht haben, Videoaufnahmen von Jesus Christus zu machen! Der Tote im Grab ist demnach ein Mann der Zukunft, der in die Vergangenheit reiste, um sich dort ein Bild von der Wahrheit zu machen: Lebte Jesus wirklich?

Mit dieser Frage begibt sich der Leser auf eine äußerst turbulente Zeitreise. Das Geheimnis, soviel sei verraten, wird schließlich gelüftet - aber ganz anders, als alle Beteiligten erwarten.

 

 

Dai Sijie: Balzac und die kleine chinesische Schneiderin

Belletristik, 224 Seiten

Luo ist ein begnadeter Erzähler. Wenn er ins Kino in die Kreisstadt fährt, warten im Dorf schon alle begierig, bis er ihnen die Filmhandlung in allen Einzelheiten nacherzählt. Selbst der herrische Laoban, der Dorfvorsteher, lässt sich von seiner magischen Kunst erweichen. Und als Luo krank wird und die kleine Schneiderin vier Hexen holt, die ihn heilen sollen, heulen die Frauen bei der Geschichte vom koreanischen Blumenmädchen "Rotz und Wasser". In Luo haben sie ihren Meister gefunden: "Was für ein Zauberer, dieser Luo!"

In Dai Sijies autobiografisch angehauchtem Roman Balzac und die kleine chinesische Schneiderin wird Luo gemeinsam mit dem Ich-Erzähler Anfang 1971 zur "kulturellen Umerziehung durch die revolutionären Bauern" in ein Bergdorf geschickt. Zuvor war sein Vater im kommunistischen China Mao Zedongs in einem Schauprozess verurteilt worden. Auf dem Land entdecken die zwei Studenten einen Koffer, der sie in die fremde Welt der westlichen Literatur entführt -- und die Schönheit der kleinen Schneiderin, deren glänzenden Augen Luo schließlich erliegt. So muss sich der Geschichtenerzähler zwischen seinen beiden neuen Lieben ein ums andere Mal entscheiden. Aber dann nimmt die Handlung plötzlich eine ganz andere Wende.

"Wir flüsterten Namen in die Dunkelheit", heißt es einmal im Roman, als Luo und der Ich-Erzähler über die verbotenen Bücher sprechen, "und der Klang der Worte, die Reihenfolge der Silben beschworen fremde, geheimnisvolle Welten". Genau das ist auch Dai Sijie mit seinem wunderschönen Roman gelungen, dessen Handlung mit all ihrer poetischen Magie man eigentlich gar nicht nacherzählen kann. Was für ein Zauberer, dieser Dai Sijie!

 

 

Jan-Philipp Sendker: Drachenspiele

Belletristik, 448 Seiten

Paul hat gelernt, mit dem Tod seines Sohnes zu leben. Geholfen hat ihm dabei Christine, die seine ganze Hoffnung für die Zukunft ist. Sie hatten geplant, auf der kleinen Insel Lamma vor Hongkong zusammenzuleben, doch Christine will davon nun nichts mehr wissen. Ein Wahrsager hat ihr und dem Mann, den sie liebt, eine düstere Zukunft vorausgesagt. Wie viele Chinesen ist Christine nicht religiös, jedoch sehr abergläubisch, und die Prophezeiung verunsichert sie zutiefst. Paul ist verstört und enttäuscht – er glaubt nicht an Schicksal oder die Macht der Sterne.

Als Christine von ihrem während der Kulturrevolution verschollenen Bruder Da Long einen Brief erhält, in dem er dringend ihre Hilfe erbittet, fühlt sie ihre dunklen Vorahnungen bestätigt. Sie überwindet ihre Angst und macht sich zusammen mit Paul auf die Reise zu Da Long in ein Dorf nahe Schanghai, in dem Menschen und Tiere auf rätselhafte Weise erkranken und sterben.

Paul, der rationale Westler, will der Sache auf den Grund gehen – und kommt dabei einem von höchster Stelle gedeckten Verbrechen auf die Spur. Immer tiefer verstrickt er sich in ein Land, das er zu kennen glaubte und das ihm zunehmend fremder wird. Wie sehr er sich und die Menschen, die ihn um Hilfe baten, dabei in Gefahr bringt, bemerkt er zu spät. Die Prophezeiung scheint sich zu erfüllen. Pauls alte Gewissheiten gelten nicht mehr.

 

 

Oskar Wolff: Chronik der Pulverfabrik Bomlitz. Zweiter Teil 1919-1935

Sachbuch, 93 Seiten

Ein seltenes Buch, das eine interessante - gleichwohl zumeist nüchterne - Schilderung der Lokalgeschichte von einem Augenzeugen enthält.

 

 

Peter Mayle: Mein Jahr in der Provence

Belletristik, 560 Seiten

Der englische Autor Peter Mayle hat sich einen Traum erfüllt, den viele Menschen haben: Er ist in den sonnigen Süden, in die Provence gezogen. In diesem Buch beschreibt er liebevoll und mit echt britischem Humor sein erstes Jahr in der Provence: die kleinen Missverständnisse, die sich aus den Sprachschwierigkeiten und der unterschiedlichen Lebensweise ergeben, die Liebe der Provenzalen zu einem üppigen Mahl, die der Autor bald teilt, das Leben im Wechsel der Jahreszeiten.

Ein Duft von Jasmin und Lavendel, von Olivenöl, Knoblauch und köstlichem Wein durchzieht dieses Buch und weckt im Leser die Sehnsucht, es Peter Mayle gleichzutun.

 

 

Tatiana de Rosnay: Sarahs Schlüssel

Belletristik, 352 Seiten

Paris, 2002: Julia, eine amerikanische Journalistin, die mit ihrem französischen Mann in Paris lebt, entdeckt, dass die Familie ihres Mannes jahrzehntelang in einer Wohnung gelebt hat, die vor 1942 Juden gehörte. Als sie sich auf die Suche nach der jüdischen Familie macht, ahnt sie nicht, dass dies ihr Leben radikal verändern wird.

Ihre Recherche führt sie zurück in den Sommer 1942, zu Sarah, einem zehnjährigen jüdischen Mädchen, das mit ihren Eltern von der französischen Polizei deportiert wurde. Getrieben von dem Wunsch, ihren kleinen Bruder zu retten, der zu Hause versteckt in einem Wandschrank wartet, gelingt ihr die Flucht. Den Schlüssel zum Schrank hält sie in der Hand ...

 

 

Eduard Augustin u.a. (Hrsg.): Ein Mann - ein Buch

Sachbuch, 416 Seiten

Männer pflegen andere Vorlieben und Interessen als Frauen. Wäre dies ein Buch für Frauen, müsste man einige Kapitel darin streichen, zum Beispiel: Wie man eine Boeing 747 landet, wie man in die Fremdenlegion eintritt, wie man eine Fliege bindet, wie man einen guten Anzug kauft, wie man Kriminalkommissar wird, wie man ein Bier zu Hause braut, wie man ein ordentliches Loch bohrt, wie man Papst wird, wie man nach dem Sex wachbleibt oder wie man bei der Geburt eines Kindes dabei ist, obwohl man es nicht selbst zur Welt bringt.

Ein Mann sollte einige Dinge wissen über das Leben.

 

 

Cecelia Ahern: P.S. Ich liebe Dich

Belletristik, 414 Seiten

Der Plan war einfach: zusammenbleiben, ein Leben lang. Doch nun ist Gerry tot. Gehirntumor. Und Holly, erst 29, bleibt alleine zurück. Wie soll sie nun weitermachen? Alles scheint zu Ende. Da taucht ein Paket mit Briefen auf: von Gerry, geschrieben in seinen letzten Lebenstagen, für Holly, für die nächsten Monate. "Werde Karaoke-Queen, Holly! Suche Dir endlich einen interessanten Job, Holly! Greif nach den Sternen, Holly! Und PS: Ich liebe Dich!". Holly lacht, weint, und tut, was Gerry schreibt: sie lernt, wer ihre wahren Freunde sind. Sie lernt, sich ein wenig neu zu verlieben und macht mit jedem Brief einen Schritt in ein neues Leben und in neues Glück.

 

 

Fannie Flagg: Das Wunder von Lost River

Belletristik, 260 Seiten

Nachdem sein Arzt bei ihm eine unheilbare Krankheit festgestellt hat, lässt Oswald das trübe winterliche Chicago hinter sich, um die letzten Wochen seines Lebens und sein letztes Weihnachtsfest im milden Klima von Lost River, Alabama zu verbringen. Die Bewohner des kleinen Städtchens nehmen ihn bereitwillig in ihre Gemeinschaft auf ═ vor allem die unverheirateten Damen begrüßen den Zuwachs. Als schließlich ein kleines Mädchen, ausgesetzt und ausgehungert in Lost River auftaucht, ist die Hilfe aller gefragt ...

 

 

Katharina Hagena: Der Geschmack von Apfelkernen

Belletristik, 254 Seiten

Schillernd und magisch sind die Erinnerungen an die Sommerferien bei der Groß­mutter, eheimnisvoll die Geschichten der Tanten. Katharina Hagena erzählt von den Frauen einer amilie, mischt die Schicksale dreier Generationen. Ein Roman über das Erinnern und das ergessen - bewegend, herrlich komisch und klug. Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den ommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer erschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln. Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Tchter. Iris bleibt eine Woche allein im Haus. Sie weiß nicht, ob sie es überhaupt behalten will. Sie schwimmt in einem schwarzen See, bekommt Besuch, küsst den Bruder einer früheren Freundin und streicht eine Wand an. Während sie von Zimmer zu Zimmer läuft, astet sie sich durch ihre eigenen Erinnerungen und ihr eigenes Vergessen: Was tat ihr Großvater wirklich, bevor er in den Krieg ging? Welche Männer liebten Berthas Töchter? Wer aß seinn Apfel mitsamt den Kernen? Schließlich gelangt Iris zu jener Nacht, in der ihre Kusine Ro sie Iris noch etwas sagen? Iris ahnt, dass es verschiedene Spielarten des Vergessens gibt. Und das Erinnern ist nur eine davon.

 

 

Frank Goosen: Radio Heimat

Belletristik, 168 Seiten

Hamburg besitzt den rauen Charme der Alster, Berlin trägt hie und da den Mantel der Geschichte, München lockt mit großen Biergärten und schicken Klamotten. Doch was macht das Ruhrgebiet unvergleichlich? Der Zauber der Bude mit ihrer „Currywurstpommesmayo“, fördert Frank Goosen zu Tage. Der Bochumer Autor nimmt uns mit in seine Heimat und spannt den Bogen von seiner Kindheit in den siebziger Jahren über seine Jugendzeit in den Achtzigern und streift die Jetztzeit bei Payback-Karte, Praxisgebühr und vollzogenem Strukturwandel.

Goosen, Jahrgang 66, erlebt in jungen Jahren Staubkörner so groß wie Ratten. Die ältere Generation pflegte damals traditionelle Geschlechterrollen, in Mutters Küche blühten Pril-Blumen. Und die kleinen Blagen hatten gefälligst alles aufzuessen, was auf den Tisch kam. Denn sonst wurde es im deutschen Westen finster wie im Bärenarsch.

Bis heute nutzen die Menschen von Recklinghausen bis Hattingen und von Duisburg bis Unna jede nichtigste Kleinigkeit für ein Gelage. Unverändert und unverblümt sprechen die Stammtische von hässlichen Schabracken, kleinen Furzknoten, redseligen Laberfürsten oder ehrlichen Kotzbrocken. Als einer von ihnen zieht der Autor durstig durch die Kneipen und kippt sogar ein „Pinnchen Wodka Wick blau“. Und während sich Goosen gemäß der FC Bayern an Pokalen ergötzt, freuen sich die Fußball-Fans des VFL Bochum über ehrliche Köpfe wie „Katze“ Zumdick.

 

UND – quasi nur zum „Anfassen“:

Luneberg Mushard: Bremisch- und Verdischer Ritter-Sahl Oder Denckmahl Der Uhralten Berühmten Hoch-adelichen Geschlechter Insonderheit der Hochlöblichen Ritterschafft In Denen Hertzogthümern Bremen und Verden. Grimm.

Bremen 1720. 572 Seiten.

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