Aktuelle Seite: HomeSehen & Erleben

Sehen & Erleben

Arno Schmidt in Benefeld

Er ist einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit und ganz bestimmt einer der ungewöhnlichsten. Fünf Jahre lang lebte Arno Schmidt mit seiner Frau Alice nach dem Zweiten Weltkrieg in dem Gutshaus der Cordinger Mühle in Benefeld. Hier entstanden unter anderem „Brand‘s Haide“, „Leviathan“, „Enthymesis“ und „Gadir“. Benefeld, Borg, Cordingen und die Umgebung waren später Hintergrund für die Trilogie „Nobodaddy’s Kinder“, dessen dritter Teil die Erzählung „Schwarze Spiegel“ ist.

Die Lebensumstände auf dem Mühlenhof waren in dieser Zeit beengt: Mit zwölf Parteien und insgesamt fast vierzig Personen – vorwiegend Flüchtlingen aus dem Osten - musste der Wohnraum in dem Gutshaus geteilt werden. Für den Schriftsteller Arno Schmidt waren es unzureichende Arbeitsbedingungen. Der Zwang, seinen Lebensunterhalt mit Nebentätigkeiten verdienen zu müssen, war ein weiteres Erschwernis. So berichten Zeitzeugen, dass Schmidt zurückgezogen lebte und Kontakte zu anderen im Wesentlichen vermied.

Arno Schmidts Werk fordert Leserinnen und Leser heraus. Sein distanzierter Stil, seine Wortmalereien und seine gelegentlich eigenwillige Rechtschreibung und Zeichensetzung sind ungewohnt und vielschichtig und geben viel Raum für Interpretation. Es lohnt sich, mehr über den Autoren Arno Schmidt zu erfahren. Sein Schaffen ist eine Bereicherung für die deutschsprachige Literatur.

 

Die Arbeitsgruppe "Arno Schmidt" im FORUM Bomlitz mit dem Ehepaar Hunold und Friedrich Neuhausen hat Ende der 1980er Jahre viele Aspekte von Schmidts Zeit in Benefeld nachzeichnen können. Die Ausstellung zu "Schwarze Spiegel" aus der damaligen Zeit ist nun neu aufgelegt und modernisiert worden: Eine Art Fotoalbum zu Schmidts Benefelder Zeit, kommentiert mit Zitaten aus "Schwarze Spiegel". Sie ist als Dauerausstellung im Müllerhaus an der Cordinger Mühle zu sehen.

Melden Sie sich gern bei uns für individuelle Terminabsprachen. Darüber hinaus erfahren Sie hier mehr über unsere unterschiedlichen Führungen zu Arno Schmidt: Führungen.

Melden Sie sich gern auch, wenn Sie die FORUM-Tafeln für eigene Ausstellungszwecke leihen möchten:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! , Telefon 0163-1650184. 

Sie sehen hier eine kleine Auswahl aus der Ausstellung "Arno Schmidt in Benefeld". Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bomlitzer Mai

Im „Bomlitzer Mai“ stellt das FORUM Bomlitz mit seinen Arbeitsgruppen und Partnervereinen ein abwechslungsreiches Angebot zusammen. Für jeden und jede ist etwas dabei von der Theaterpremiere bis zum Volksfest. Traditionsgemäß beginnt diese Veranstaltungsreihe mit dem Aufstellen des Maibaums in der Ortsmitte am 1. Mai. Den Abschluss bildet der „Deutsche Mühlentag“ an der Cordinger Mühle, der am Pfingstmontag stattfindet.

Informieren Sie sich gern ab April über unsere Website und die Plakate und Flyer zum "Bomlitzer Mai".

 

Kontakt:

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Cordinger Mühle

Das heutige Mühlenhof-Ensemble ist das Ergebnis einer dreijährigen fachmännischen Restaurierung, die im Herbst 1987 abgeschlossen wurde. Die ursprüngliche Bausubstanz bestand aus dem Mühlengebäude selbst und dem ebenfalls in Fachwerk erstellten Müllerhaus am Ufer des Mühlteichs. Zusätzlich wurde von einem Hof in Hamwiede ein altes Backhaus auf dieses Gelände umgesetzt. 

In dem ungewöhnlich großen Backhaus befindet sich ein funktionsfähiger Brustofen. Bei besonderen Anlässen wird er zum Backen in traditioneller Weise in Betrieb genommen.

Das Mühlengebäude wurde 1810 errichtet, mit Sicherheit auf den Fundamenten einer älteren Mühle. Offensichtlich verwendete man beim Aufschlagen des Fachwerks Holzteile und Balken der älteren Mühle und anderer Häuser. Dies wird besonders am rechten Ständer der Eingangstür an der Stirnseite deutlich, die eine geschnitzte Inschrift zeigt, die in keinem Zusammenhang zum Mühlenhof steht.

Im Erdgeschoss der Mühle finden Sie eine kleine Dokumentation zur ihrer Geschichte. Im Müllerhaus befindet sich eine Ausstellung zum Schriftsteller Arno Schmidt, der nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Mühlenhof lebte und einige seiner Werke hier schrieb.

Die Cordinger Mühle ist seit vielen Jahren Standesamt der Gemeinde Bomlitz und lockt wegen des rustikalen Ambientes Hochzeitspaare nicht nur aus der Region Bomlitz. Sie ist Standort auf der Niedersächsischen Mühlenstraße.

Für Gruppen, Schulklassen und Kindergartengruppen und zu gesonderten Veranstaltungen bietet das FORUM Führungen durch die Cordinger Mühle an (Angebote dazu finden Sie hier: Führungen).

 

Mehr zur Cordinger Mühle finden Sie hier:

Geschichte der Cordinger Mühle

Funktionsweise der Cordinger Mühle

FORUM-Arbeitsgruppe Cordinger Mühle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





EIBIA und Lohheide

EIBIA und Lohheide - Um die Hügelgräber

Bereits in der Bronzezeit war die Lohheide ein geeigneter Ort, um sich niederzulassen. Wasser war hier gut zugänglich, und die Flüsse Bomlitz, Böhme und Warnau waren als Lebensmittelquelle und natürliche Schutzgrenze ein wichtiger Vorteil für das Überleben und die Besiedlung.

Spuren dieser ersten Besiedlung sind heute noch in der Lohheide sichtbar: Die Hügelgräber in Borg und Benefeld sind rund 3.500 Jahre alt und ein Zeichen dafür, dass Menschen sich hier schon früh niederließen. Ein archäologischer Wanderpfad ermöglicht den Besuchern, sich weitere Hintergründe zu erschließen.

In den 1930er Jahren wurden die Hügelgräber in der Lohheide entdeckt und zum ersten Mal wissenschaftlich untersucht. Grabbeilagen, Urnenreste und Knochenbrand wurden gefunden, und auch wenn Hügelgräber in Norddeutschland nicht selten sind, waren sie damals eine örtliche Sensation. Im Wappen der Gemeinde Bomlitz ist heute ein Hügelgrab mit Urne dargestellt.

Wegen ihrer Größe wurden die Grabanlagen gelegentlich auch zu „Hünengräbern“, und kleine Legenden entwickelten sich. Der Sage nach erschuf z.B. der Riese Borg die Sieben Steinhäuser: Einen Stein schoss er mit einer Schleuder, andere schüttelte er aus seinem Mantel. Lohheider „Hünengräber“ und Sieben Steinhäuser passen zeitlich zwar nicht zusammen, die Sage hat hier aber sicherlich einen Ursprung.

Auch im Mittelalter war die Flusslandschaft Lohheide weiterhin ein attraktives Siedlungsgebiet. Die altsächsische Borger Burg war als Fluchtburg Rückzugsschutz für die Siedler und wird mit der Gründung des Klosters Walsrode in Verbindung gebracht. Auch sie ist gut erforscht und zeigt, welche Zivilisationsformen sich hier über Jahrhunderte etablierten.

Die Nutzung der Wasserkraft wurde schließlich zur Triebfeder der Region. Die Cordinger Mühle ist heute das Sinnbild für diese Entwicklung, die mit der Geschichte der EIBIA ein weiteres interessantes Kapitel bekam. In der Lohheide durchwandern Sie damit 3.500 Jahre eines offenen Geschichtsbuchs von Bronzezeit bis Neuzeit.

 

EIBIA und Lohheide - Arno-Schmidt-Pfad

Fünf Jahre lebte der ungewöhnliche Schriftsteller Arno Schmidt nach dem Zweiten Weltkrieg an der Cordinger Mühle. „Schwarze Spiegel“ heißt eine der Novellen, die in seiner Benefelder Zeit entstanden. Die Schauplätze der Handlung sind noch heute auf den Wegen erkennbar, die Arno Schmidt damals erwanderte. 

Vorbei am Sportplatz und den Benefelder Hügelgräbern befinden Sie sich bereits auf dem Areal des ehemaligen Pulverproduzenten EIBIA. Das rund 220 ha große Gelände mit mehr als 200 Gebäuden war zu Arno Schmidts Zeiten eingezäunt und gerade stillgelegt worden. Bis zu 7.000 Menschen arbeiteten hier noch wenige Monate vorher. Hat die eingekehrte verwunschene Stille den Schriftsteller inspiriert? Ob und wie ist Gegenstand von Interpretationen. Fest steht aber: Für Arno Schmidt gehörte diese geheimnisvolle Umgebung 1946 bis 1950 zum Alltag, der für einen nahezu mittellosen Schriftsteller schwierig war.

An der Warnau entlang führt Sie der Arno-Schmidt-Pfad zur Cordinger Mühle. 1408 wurde sie erstmals erwähnt, 1810 entstand auf den Grundmauern der vorhandenen Mühle das heutige Mühlengebäude, das in den 1980er Jahren von der Gemeinde Bomlitz saniert worden ist. Die Cordinger Mühle gehört zum Rundgang „Historische Gebäude in Bomlitz“.

Arno Schmidt lebte mit seiner Frau Alice im Gutshaus der Cordinger Mühle, das heute nicht mehr existiert. Mit 14 anderen Flüchtlingsfamilien fand das Ehepaar hier eine Unterkunft. Sein Blick aus dem Haus muss in dieser Zeit immer wieder auf Mühle und Müllerhaus gefallen sein. Und wenn es windstill war und in der Dämmerung hinter der Mühle die beiden Teiche lagen, sahen sie dann aus wie „Schwarze Spiegel“?

Um der Enge zu entgehen, erkundete Arno Schmidt mit seiner Frau die Umgebung, wann immer es ging. Er war hier für eine Weile zuhause und hatte eine wichtige Schaffensphase in seiner Zeit in Cordingen. Dennoch wäre Arno Schmidt wohl nie Benefelder geworden. Wer seinen Spuren auf dem Arno-Schmidt-Pfad folgt, lernt diesen bemerkenswerten Schriftsteller ein wenig besser kennen.

 

EIBIA und Lohheide Schöne Aussichten

44 Jahre lang hat das Gelände des ehemaligen Pulverproduzenten EIBIA einen Dornröschenschlaf gehalten. Hinter Werkszäunen entwickelte sich die Natur ungestört auf dem stillgelegten und demontierten Betriebsgelände und eroberte sich das Areal Schritt für Schritt wieder zurück. Erst 1989 wurde die EIBIA als Naherholungsgebiet geöffnet, nachdem sie im Auftrag der Gemeinde Bomlitz saniert und von allen gefährlichen Rückständen befreit worden war.

Das EIBIA-Gelände in Bomlitz ist mit 326 Hektar nur knapp kleiner als der Central Park in New York. Die allermeisten der über 300 Gebäude und rund 50 unterirdischen Anlagen wurden bis 1950 gesprengt. Die noch heute sichtbaren Relikte wirken wie Narben in der Landschaft, die an eine andere Zeit erinnern. Der hektischen Betriebsamkeit eines Industriebetriebs folgte die Stille ungestörter Natur.

So wurde die Lohheide durch die jahrzehntelange Sperrung zu einem einzigartigen Stück Natur mit besonderer Pflanzen- und Tierwelt. Die Gemeinde Bomlitz schützt das Gelände als Landschaftsschutzgebiet, denn die Vielfalt der unterschiedlichen Lebensräume ist hier die Grundlage für die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten.

Dichte Wälder, Flussauen, Wiesen und Heideflächen wechseln sich im Landschaftsbild ab. Gelegentlich wird das Bild von mittlerweile überwucherten Hügeln aus Überresten der gesprengten Betonbauten unterbrochen. Die Vogelwelt hat in der Lohheide ein besonderes Reservat mit ausgeprägtem Artenreichtum. Pflanzen finden hier geschützte Lebensräume, und neben Rehwild und den üblichen Waldbewohnern gibt es auch eine kleine Gruppe Mufflons, die vor Jahrzehnten ausgesetzt wurde und sich in der EIBIA nach wie vor wohlfühlt.

Schöne Aussichten und Blickwinkel gibt es hier an vielen Stellen. Ob mit Sicht hinunter ins Warnautal, auf die gesprengte Brücke, auf Hügelgräber oder entlang der Bomlitz, die Lohheide lädt zum Verweilen ein. Unwirklich fügen sich die Spuren der industriellen Nutzung in dieses Bild ein und machen die Natur hier zu einem besonderen Erlebnis. Selbst regelmäßige Besucher werden hier immer wieder Neues entdecken.

Führungen

Das FORUM Bomlitz bietet Ihnen Führungen, Wanderungen und Fahrradtouren zu unterschiedlichen Themen an. Unten finden Sie im Anhang das Faltblatt mit unseren Tourangeboten. Die Führungen sind generell kostenlos, natürlich freuen wir uns aber über freiwillige Spenden an das FORUM. 

Melden Sie sich bei Interesse gern bei uns für Terminabsprachen:
per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 0163-1650184.

 

„Denkort“ EIBIA

Touren Nord, West oder Süd, bei Interesse auch individuelle Strecken
Führung 
für Gruppen von maximal 30 Personen
Dauer ca. 2,5 bis 3 Stunden

Fahrradtour für Gruppen von maximal 15 Personen
Dauer ca. 3 bis 3,5 Stunden 

 

Historische Gebäude in Bomlitz

Gesamter Rundweg
Fahrradtour für Gruppen von maximal 15 Personen
Dauer ca. 3 bis 4 Stunden 

Rundweg Benefeld
Geführter Spaziergang für Gruppen von maximal 20 Personen
Dauer ca. 2 bis 3 Stunden

Rundweg Bomlitz
Geführter Spaziergang für Gruppen von maximal 20 Personen
Dauer ca. 2 bis 3 Stunden

 

Cordinger Mühle

Führung für Gruppen von maximal 15 Personen
auch Variante für Gruppen aus Schulen und Kindergärten möglich
Dauer ca. 1 bis 1,5 Stunden

 

Arno Schmidt

Ausstellung "Arno Schmidt in Benefeld"
Führung für Gruppen von maximal 15 Personen
Dauer ca. 1 Stunde

Tour "Schwarze Spiegel" durch Benefeld und Cordingen
Geführter Spaziergang für Gruppen von maximal 20 Personen
Dauer ca. 1,5 bis 2 Stunden

Tour "Leben eines Fauns" durch die EIBIA
Geführter Spaziergang für Gruppen von maximal 20 Personen
Dauer ca. 1 bis 1,5 Stunden

 

FORUM-Kult(o)ur durch Benefeld

Von allem ein bisschen - Mühle, EIBIA, Arno Schmidt, Hügelgräber, Liberation Hospital, ...
Führung für Gruppen von maximal 20 Personen
Dauer ca. 1,5 bis 2 Stunden

 

Wanderungen / Geocaching

Geführte Wanderungen durch die Region für Gruppen von maximal 30 Personen
Dauer nach Vereinbarung ca. 2,5 bis 4 Stunden

Anhänge:
Diese Datei herunterladen (20170724 Angebotsflyer FORUM-Touren.pdf)20170724 FORUM-Tourangebote4550 kB

Funktionsweise der Cordinger Mühle

Die Cordinger Mühle ist voll funktionsfähig und zeigt den Produktionsablauf in der Müllerei, wie er in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts üblich war. Der Müller hatte für den Betrieb der Mühle noch einen Gesellen als Helfer.

Der Getreidesack (1) wird vom Bauern angeliefert und nach dem Wiegen mit dem Sackaufzug (2) ins Obergeschoss (Mehlboden) der Mühle transportiert.

Im Aspirateur (3) wird das Getreide beim Sieben mit einem Magneten von Metallteilen und mit einem Ventilator von Spreu und Gräsern befreit („die Spreu vom Weizen trennen“). Mit dem Becherelevator (4) werden die vorgereinigten Getreidekörner zum Trieur (5) befördert, wo sie von den runden Wildkrautsamen getrennt werden. Abschließend werden von den gereinigten Getreidekörnern die öligen Keime in der Schälmaschine (6) entfernt.

Über den Rüttelschuh (7), der durch einen Vierschlag in Vibration versetzt wird („das Klappern der Mühle am rauschenden Bach“), rutscht das gereinigte Getreide in den Trichter. Dort wird es im Mahlgang zwischen Läuferstein (8), der durch die Mühlenspindel (16) gedreht wird, und Bodenstein (9) zermahlen. Das gemahlene Gut fällt schließlich vom Mittelgeschoss (Steinboden) in den Mehlsack (10) im Untergeschoss (Radboden).

 

Den Faltplan in DIN A3 gibt es beim FORUM ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 0163-1650184) zum Preis von 0,50 EUR.

Um noch Kleie aus dem Mehl zu sieben, wird es in der Beutelkiste (11) durch eine feine Gaze geschüttelt („er ist schwer gebeutelt“). Die verbleibende Kleie wird durch den Kleiekotzer in einen Behälter geführt und nach Bedarf noch einmal in den Mahlgang gegeben.

Zum Austausch der Mühlsteine und zum Nachschärfen wird der Steinkran (12) genutzt. Der Abstand zwischen den Mühlsteinen wird durch das Lichtwerk (17) reguliert: Je kleiner der Abstand, desto feiner ist das Mahlergebnis.

Die Energie für die Drehbewegung der Mahlgänge, die Transportmechanismen und die Reinigungsautomaten liefert das Wasserrad (13) der Cordinger Mühle. Die Mühle hat einen unterschlächtigen Aufbau, das Wasser wird dem Rad im unteren Teil zugeführt und treibt es so an.

Die Achswelle des Wasserrads dreht in der Mühle ein Stirnkegelrad (14). Das Rad treibt über weitere Zahnräder und Wellen, auf die mit Riemen die Kraft übertragen wird (15), die Kegelräder unter den Mahlgängen an. Die Drehbewegung wird schließlich über die Mühlspindel (16) auf den Läuferstein (8) übertragen. Die Übersetzung ist 1 zu 12: Dreht sich das Wasserrad einmal, dreht sich der Mühlstein zwölfmal.

Gemeindebücherei Bomlitz

August -Wolff-Straße 3 - 29699 Bomlitz
Tel. 05161/949996
Fax 05161/949992
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag von 15.00 bis 18.00 Uhr
Montag und Mittwoch zusätzlich von 8.00 bis 12.00 Uhr

Fast 12.000 Bücher warten auf Sie! Zusätzlich bietet die Bücherei rund 400 DVD's und mehr als 350 Hörbücher zur Ausleihe an. 

 

BUCHTIPPS DER GEMEINDEBÜCHEREI BOMLITZ

 

Siri Hustvedt: Der Sommer ohne Männer

Die mäßig erfolgreiche New Yorker Dichterin Mia und ihr Mann Boris befinden sich in einer Ehekrise. Denn Boris möchte dringend eine „Pause“.

Wie sich herausstellt, ist die Pause eine vollbusige Französin und 20 Jahre jünger als Mia. Diese dreht durch, übersteht die schlimmste Krise in der Psychiatrie und fährt anschließend in ihre Geburtsstadt nach Minnesota, um den Sommer in der Nähe ihrer Mutter zu verbringen.

Sie trifft auf einen Kreis alter Frauen, die sich mit dem nahenden Ende ihres Lebens auseinandersetzen müssen, auf eine Gruppe junger Mädchen, für die sie einen Ferien-Lyrikkurs gibt, auf die Nachbarin Lola mit ihren kleinen Kindern, und sie trifft sich mit ihrer Tochter. Der räumliche Abstand von Boris, die Auseinandersetzung mit ihrer Situation und die Zeit lindern die Wut und den Schmerz und lassen Mia sich selbst und das Leben neu entdecken.

Weibliche Lebenslagen aller Art sind es, mit denen die Hauptfigur Mia in diesem Roman konfrontiert wird und die Siri Hustvedt mit Klugheit, lakonischem Witz und großer Leichtigkeit beschreibt. Modern und amüsant!

ISBN 978-3-498-03010-0; Rowohlt, 19,95 EUR

 

Christoph Eichhorn: Bei schlechten Noten helfen gute Eltern

Eltern haben einen größeren Einfluss auf den Schulerfolg ihrer Kinder, als sie denken. Es gibt nur wenige Schüler, die gar keine Probleme mit Schulnoten und Hausaufgaben haben. In neueren Studien wird deutlich, dass Eltern für den Schulerfolg ihrer Kinder wichtiger sind als Lehrer. Das Lernverhalten und die Motivation werden schon im Elternhaus geprägt. Doch wer weiß schon, wie man Kinder beim Lernen richtig begleitet?

Der Schul- und Erziehungsberater Christoph Eichhorn zeigt Eltern, wie sie es richtig machen. Die Bedeutung ihrer eigenen Haltung zu Schule und Lernen und eine gute Lern- und Arbeitshaltung sind ausschlaggebend. Den Eltern wird gezeigt, was sie tun können, damit ihr Kind selbstständig lernt und wie sie vermeiden, dass aus Schulproblemen Familienprobleme werden.

Anhand von Fallbeispielen und Arbeitsbögen lernen die Eltern, ihren Kindern nachhaltig zu helfen. Manches mag zunächst kompliziert klingen, es ist aber ganz einfach und vor allem hilfreich.

ISBN 978-3-608-94603-1; Klett-Cotta, 14,95 EUR

 

Amy Ignatow: Endlich beliebt

Julie und Lydia haben ein Ziel - cool sein und von allen geliebt zu werden. Das mit dem cool sein klappt nicht so gut. Obwohl Lydia ihr Aussehen total verändert, um die Hauptrolle im Schulmusical zu bekommen. Leider reicht es nur für eine kleine Rolle im Nonnenchor. Auch mit Sport versuchen sie es. Julie  wird sogar in die Hockeymannschaft aufgenommen. Allerdings darf Lydia nicht mitmachen, weil ihre Mutter Hockey zu gefährlich findet. Immerhin erfährt Julie eine Menge nützliche Dinge. Mit Stricken fangen sie an, weil eine der Beliebten im Bus eine Mütze gestrickt hat. Doch fast alles läuft schief. Nur langsam kommen sie an ihr Ziel. Bis sie merken, dass es durchaus wichtigere Dinge im Leben gibt.

Die Autorinnen Julie und Lydia schreiben beide in diesem Tagebuch. Man erkennt sie an den unterschiedlichen Schriften. Tolle Illustrationen, die so aussehen, als hätten sie die Mädchen gemalt, ergänzen den Text. Endlich ein äußerst gelungener Comic-Roman extra für Mädchen, eine sehr komische Geschichte mit viel Humor.

ISBN 978-3-86873-104-0; 14,95 EUR

Geschichte der Cordinger Mühle

 

Erste Erwähnung und Familie Fuhrhoop

1408: Johann von der Fulde verkauft an das Kloster Walsrode eine Mühle zu Benefeld "auf Wiederkauf". In diesem Vertrag wird wohl zum ersten Mal die Cordinger Mühle urkundlich erwähnt.

1410: Die Gebrüder Torney verkaufen den mittlerweile erworbenen Mühlenhof mit Mühle wieder an das Kloster Walsrode. Zu dieser Zeit hat auch der Gogrefe (ordentlicher Richter) zu Cordingen auf dem Mühlenhof seinen Amtssitz.

1661: Hans Scheelen ist als Müller der Cordinger Wassermühle verzeichnet. Die Mühle hat einen Mahlgang.

1667: Johan Fuhrhoop wird urkundlich geführt als Mühlenbesitzer und Klostermeyer (hat den Vollhof vom Kloster gepachtet). Zum Besitz gehören Mühle, Haus und Hof, ein Speicher, eine Kornscheune, ein Schafstall, eine Heuscheune, ein Backhaus und ein Bienenstock.

1778: Die Kurhannoversche Landaufnahme (Blatt 89 Walsrode) zeigt eine Mühle am heutigen Platz.

1808: Der Mühlenbesitzer Friedrich Heinrich Fuhrhoop heiratet Catharine Elisabeth Springhorn.

1810: Friedrich Heinrich Fuhrhoop lässt einen neuen Mühlenbau auf den Grundmauern der vorhandenen Mühle errichten.

1814: Nachdem Friedrich Heinrich Fuhrhoop verstorben ist, heiratet seine Witwe Catharine Elisabeth erneut. Ihr zweiter Ehemann Johann Heinrich Müller bekommt mit dem Meyerbrief die Erlaubnis zum Betrieb der Mühle.

1828: Auch Johann Heinrich Müller verstirbt kinderlos mit 43 Jahren.

1829: Die erneut verwitwete Catharine Elisabeth Müller verkauft den Vollhof mit Mühle an den 28-jährigen Johann Georg Heino aus Lünzmühlen bei Schneverdingen.

 

Johann Georg Heino übernimmt die Mühle

1830: Johann Georg Heino heiratet Catharina Rotermund aus Bothmer. Bereits 1831 wird der erste Sohn Heinrich Wilhelm geboren.

1834: Dem Mühlenbesitzer wird genehmigt, einen Mahlgang einzurichten, um aus Raps und Leinsamen Öl herzustellen (Ölgang). Der Betriebszweig wird aber nach einem Jahr wieder eingestellt.

1837: Der zweite Sohn Heinrich Friedrich August wird geboren.

1844: Nach drei Jahren Verhandlungen kann sich Johann Georg Heino mit 1000 Talern von den Abgaben an den Gutsherrn freikaufen (Ablösungsrezess). Damit ist er endgültig unabhängig.

1854: Heinrich Friedrich August Heino wird wegen fortgesetzter Brandstiftung im Alter von 17 Jahren in Celle zunächst zum Tode verurteilt und später zu lebenslangem Zuchthaus zweiten Grades (bei schwerer Arbeit) begnadigt.

1857: Catharina Heino, Ehefrau von Johann Georg Heino, stirbt im Alter von 54 Jahren.

1860: Johann Georg Heino übergibt den Hof an seinen ältesten Sohn Heinrich Wilhelm, der zu diesem Zeitpunkt 29 Jahre alt ist. Der Müllerssohn muss in dem Kaufvertrag erhebliche Zugeständnisse machen, unter anderem:
-- lebenslanges Wohnrecht des Vaters im Müllerhaus
-- ein Gespann, das den Vater sonntags zur Kirche fährt
-- ein Brautgeld von 2200 Talern für jede der Schwestern
-- 1500 Taler für den Bruder zur Existenzgründung, falls dieser jemals aus der Haft entlassen werden sollte

 

Heinrich Wilhelm Heino führt die Familientradition weiter

1866: Anna Dorothea Marie Luise, Tochter von Heinrich Wilhelm Heino und seiner Frau Magdalene, stirbt im Alter von zwei Jahren an Masern.

1866: Wolff Walsrode pachtet vom Müller Heino ein Gelände an der Warnau und errichtet dort 1868 eine Pulvermühle.

1869: Anna Marie Dorothea, zweite Tochter von Heinrich Wilhelm Heino und seiner Frau Magdalene, stirbt im Alter von zwei Jahren an Krupp (Diphtherie).

1870: Johann Georg Heino stirbt im 69. Lebensjahr an Schlagfluss (Schlaganfall).

1877: Der Cordinger Mühlenhof hat sich gut entwickelt. Die Häuserliste führt für den Vollhof einen Speicher, einen Schafstall, eine Scheune mit Wohnung (heutiges Müllerhaus), die Mühle, ein Backhaus, einen Schweinestall, die Pulvermühle, einen Schuppen, ein Spinnereigebäude, einen Wollschuppen, ein Stallgebäude, ein Trockenhaus und drei Häuslingshäuser, in denen Knechte und Mägde leben.

1877: Mühlenbesitzer Heinrich Wilhelm Heino stirbt im 46. Lebensjahr an Typhus. Seine Witwe muss den Mühlenhof allein weiter betreiben.

1888: Die Pulvermühle an der Warnau explodiert. Zwei Arbeiter kommen dabei ums Leben. Es lohnt sich nicht, den Betrieb wieder aufzubauen, weil die Firma Wolff mittlerweile Dampfmaschinen statt Wasserkraft nutzt. 

1901: Die Witwe Dorothea Magdalene Heino verkauft das Anwesen an Georg Friedrich Melchers aus Bremen, der einer alten Kaufmannsfamilie mit großem Handelsunternehmen entstammt. 1899 unternahm er eine einjährige Weltreise, auf der er auch seine spätere Frau kennenlernte.

 

Eigentümerwechsel zur Jahrhundertwende

1901: Georg Friedrich Melchers erbaut das herrschaftliche Gutshaus und errichtet eine Sägemühle an der Stelle der explodierten Pulvermühle.

1905: Melchers heiratet Betty Voß, die er auf seiner Weltreise kennengelernt hat.

1906: Der erste Sohn Johann Georg Friedrich wird in Cordingen geboren. Er studiert später Naturwissenschaften, promoviert 1930 und wurde 1941 Leiter der Arbeitsstätte für Virusforschung am Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin. Nach dem Krieg erhält er eine Professur in Tübingen und war von 1947 bis 1976 Direktor des Max-Planck-Instituts für Biologie in Tübingen.

1907: Der zweite Sohn Otto Gustav kommt zur Welt. Er wird später evangelischer Pfarrer, wird heiraten, vier Kinder haben und 1952 zum Katholizismus konvertieren.

1911: Georg Friedrich Melchers und seine Frau Betty bekommen ihren dritten Sohn Gerd.

1914: Georg Friedrich Melchers verkauft die Mühle an die Familie Kannengießer und zieht mit Frau und Kindern nach Detmold um. Der Käufer zahlt allerdings nicht sofort den gesamten Kaufpreis, so dass durch die Inflation nach dem Krieg ein großer Teil der Restschuld verloren geht. Die Familie Kannengießer kommt aus Walle und musste den dortigen elterlichen Betrieb aufgeben, als Walle Stadtgebiet von Bremen wurde.

Der Mühlenhof ist zu dieser Zeit noch einmal gewachsen. Zu ihm gehören ein herrschaftliches Wohnhaus, ein Speicher, ein Schweinestall mit Wohnräumen und Boden, eine Wagenremise mit Futterraum und Boden, ein Häuslingshaus mit Stall, ein neuer Kuh- und Pferdestall, ein Hühner- und Räucherhaus, eine neue Scheune mit Göpel und Speicher, eine kleinere Scheune mit Häuslingswohnung, ein neues Häuslingshaus mit mehreren Wohnungen und Ställen, ein neuer größerer Stall aus Holz mit Heuboden, ein neuer Stall für die Schweine der Häuslinge, die Wassermühle und die Sägemühle mit neuem eisernen Wasserrad und einem villenartigem Pächterhaus.

1918: Nach dem Ersten Weltkrieg baut die Familie Kannengießer die Mühle um, renoviert sie und stattet sie mit neuen Maschinen aus. Heinrich Westermann wird als Müller eingestellt.

1919: Die Sägemühle ist nicht mehr rentabel und wird verkauft. Aus ihr entwickelt sich später die Holzindustrie Cordingen GmbH.

1930: Das Wasserrad der Cordinger Mühle wird durch eine Turbine ersetzt.

1939: Die Familie Kannengießer muss den Mühlenhof an die Montan Industriewerke GmbH abgeben, weil das Land für die Pulverfabrik EIBIA beansprucht wird. Sie verzieht in den Kreis Diepholz. Das Wohnhaus wird zu Verwaltungsräumen umgebaut, die Mühle wird zunächst weiterhin betrieben.

 

Die Cordinger Mühle nach dem Zweiten Weltkrieg

1945: Nach dem Zweiten Weltkrieg wird das herrschaftliche Gutshaus mit Flüchtlingen aus dem Osten des ehemaligen Deutschen Reichs belegt. Der Schriftsteller Arno Schmidt wird mit seiner Frau Alice für fünf Jahre auf dem Mühlenhof einquartiert und von der Umgebung und den ärmlichen Lebensbedingungen als Flüchtlinge in seiner literarischen Arbeit geprägt.

1959: Die Mühle wird noch bis in die 1950er Jahre genutzt, Heinrich Westermann betreut sie nach wie vor als Müller. Hans Hogrefe vom Landhandel Cordingen pachtet die Mühle von der IVG. Der Vertrag dauert allerdings nur ein Jahr.

1970: Die Baufirma Borchert nutzt für einige Jahre das Mühlengelände als Bauhof.

1982: Die Gemeinde Bomlitz kauft den Mühlenkomplex.

1987: Die Cordinger Mühle wird der Öffentlichkeit übergeben, nachdem die Gebäude drei Jahre lang renoviert wurden. Dabei wurde das Ensemble mit einem Backhaus aus dem 19. Jahrhundert aus Hamwiede bei Walsrode ergänzt.

1998: Die Cordinger Mühle wird Standesamt der Gemeinde Bomlitz.

2010: Mit Förderung aus der EU wird die "aquatische Passierbarkeit" der Warnau als aufgestautem Mühlenteich für Fische warnauaufwärts ermöglicht.

Geschichtspfad EIBIA

2012 haben die Gemeinde Bomlitz und Stiftung Geschichtshaus Bomlitz e.V. eine Dokumentation der EIBIA veröffentlicht, die mit EU-Mitteln aus dem LEADER-Fonds gefördert wurde. Entstanden ist der Geschichts- und Erinnerungspfad EIBIA, der mit 15 Informationstafeln einzelne Stationen in der EIBIA beschreibt. Eine handliche Karte und ein Begleitheft geben nähere Erläuterungen zu den Stationen. Gäste und Interessierte haben so eigenständig die Möglichkeit, die EIBIA zu "erwandern".

Neben den drei Startpunkten Fuhrenkamp-Bunker, Filter- und Pumpwerk und dem Parkplatz Borg sind die Stationen:

01 Telefonsockel
02 Betriebsleitergebäude
03 Zugang Kraftwerk II
04 Nitrierhaus
05 Absorption
06 Bomlitz-Brücke
07 Abzweig Fertiglager
08 Sozialgebäude
09 Schneidwerk
10 Elektrokarren-Gebäude
11 Einfahrt Anreicherung 4
12 Hauptlabor

Der Bomlitzer Historiker Thorsten Neubert-Preine hat die wissenschaftliche Dokumentation unter Mitarbeit von Horst Stumkat erstellt. Seine bisherigen Veröffentlichungen und der Geschichtspfad machen die EIBIA zu einem hervorragend dokumentierten "Freilichtmuseum", in dem die Bomlitzer Geschichte begreifbar und verständlich gemacht wird.

Angebote zu Führungen durch die EIBIA finden Sie hier: FührungenKarte und Begleitheft sind kostenlos erhältlich bei:

  • Stiftung Geschichtshaus Bomlitz e.V. - Thorsten Neubert-Preine - Lindenring 31 in 29699 Bomlitz
  • FORUM Bomlitz e.V. - Torsten Kleiber - Fichtenring 25 in 29699 Bomlitz - Tel. 0163/1650184 - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Bürgerservice der Gemeinde Bomlitz - Schulstraße 4 in 29699 Bomlitz
  • Gemeindebücherei Bomlitz - August-Wolff-Straße 3 in 29699 Bomlitz

Historische Gebäude in Bomlitz und Benefeld

Gebäude erzählen Geschichten. Sie können nur nicht sprechen.

Das „Schloss von Bomlitz“, das „Afrika-Haus“, die Cordinger Mühle oder auch ein ehemaliges Krankenhaus mit mehreren hundert Betten sind nur einige der Gebäude mit besonderer Vergangenheit. 14 Objekte sind aufgeführt, die anhand historischer Fotos im Ortsplan mit der Gegenwart verglichen werden können. Darüber hinaus werden ab Mai 2014 Tafeln an den Gebäuden mit zusätzlichen Informationen angebracht werden.

Erkunden Sie die Gebäude selbst und finden Sie Erstaunliches auf den Infotafeln!

Das FORUM bietet FührungenSpaziergänge und Fahrradtouren an, individuell auch für Kleingruppen, variabel in der Dauer und auch in Englisch. Mehr dazu finden Sie hier: Führungen.

Der Ortsplan ist für einen EUR beim FORUM Bomlitz e.V. erhältlich bei Torsten Kleiber (Tel. 0163/1650184 oder an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ) und auch in der Gemeindebücherei und dem Bürgerservice im Rathaus.

 

Cordinger Mühle (erbaut 1408)

Die Cordinger Mühle wurde 1810 errichtet, wahrscheinlich auf den Fundamenten einer älteren Mühle, die bereits 1408 erwähnt wurde. Sie ist funktionstüchtig und seit 1982 im Besitz der Gemeinde Bomlitz. Nach Restaurierung der Gebäude wurde das Ensemble durch ein Backhaus ergänzt. Die Cordinger Mühle ist Teil der Niedersächsischen Mühlenstraße und heute Standesamt. Im Laufe des Jahres finden hier Feste und kulturelle Veranstaltungen statt. Von 1945 bis 1950 lebte der Schriftsteller Arno Schmidt auf dem Mühlenhof. Sein Umfeld in Benefeld diente als Rahmen für einige seiner Werke.

 

Kontor der Holzindustrie (erbaut 1928)

Die Holzindustrie Cordingen GmbH wurde im Jahr 1920 gegründet. Sperrholzplatten in allen Größen und Stärken waren die Produkte dieses Unternehmens, das bis in die 70er Jahre bestand. 1928 wurde der Firmensitz von Berlin nach Cordingen verlegt. In diesem Jahr wurde auch das Kontorgebäude für die kaufmännische Geschäftsabwicklung gebaut. Der Schriftsteller Arno Schmidt, der nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Cordinger Mühlenhof lebte, erwähnte das Kontorgebäude in seiner Erzählung „Schwarze Spiegel“. Seit der Auflösung der Gesellschaft wird das Gebäude als Wohnhaus genutzt.

 

Liberation Hospital Bomlitz (erbaut 1939/40)

Für den Aufbau und den Betrieb der Pulverfabrik EIBIA waren tausende Arbeitskräfte nötig, die Wohnraum brauchten. Hierfür wurde u.a. das Lager Cordingen (Lohheide) als Gemeinschaftsunterkunft errichtet. Mit der Ausweitung des Zweiten Weltkriegs erfolgte der Austausch der meisten deutschen gegen ausländische Arbeitskräfte.

Nach Kriegsende wurden die „Displaced Persons“ (DP) im Lager gesammelt, um sie in ihre Heimatländer zurück zu transportieren. Für die medizinische Versorgung der DP’s ließ die Militärregierung große Teile des Lagers in ein Krankenhaus umwandeln, das sie „Liberation Hospital Bomlitz“ nannte. In der Umgebung war es allerdings nur als Polenhospital bekannt. Das Hospital verfügte über fast alle gängigen Fachabteilungen, die auf die einzelnen Häuser verteilt waren. Dazu gehörte auch eine große Abteilung für Geburtshilfe, in die vorwiegend schwangere Polinnen aus dem ganzen Landkreis zur Entbindung gebracht wurden. Die Säuglingssterblichkeit nach dem Krieg war gerade bei den durch die Zwangsarbeit geschwächten Frauen hoch. Die verstorbenen Kinder sind zu einem großen Teil auf dem Bomlitzer Ehrenfriedhof bestattet worden.

Nach Auflösung des Hospitals 1949 wurden die Lagergebäude wieder für Wohnzwecke hergerichtet. Das einstige Lager Cordingen (Lohheide Nord und Süd, Mühlenhofsiedlung) steht als Ensemble unter Denkmalschutz.

 

Hauptverwaltung EIBIA (erbaut 1940/41)

Mit der „EIBIA GmbH für chemische Produkte“ entstand 1938 in Bomlitz/Benefeld die größte Pulverfabrik im Dritten Reich. Tausende Menschen arbeiteten in der EIBIA, ein großer Teil davon waren Fremd- und Zwangsarbeiter. Nach dem Krieg hatte die britische Militärverwaltung ihren Sitz in der ehemaligen Hauptverwaltung, bis 1947 das Spruchgericht Bomlitz-Benefeld eingerichtet wurde und 1 ½ Jahre lang Verfahren im Rahmen der Entnazifizierung durchführte. Seit 1948 nutzt die Freie Waldorfschule Benefeld den Gebäudekomplex.

 

Feuerwehr und Pförtner der EIBIA (erbaut 1939/40)

Viele tausend Beschäftigte der EIBIA gingen zwischen 1938 bis zum Kriegsende 1945 täglich durch dieses Tor zur Arbeit. Hier hatten zusätzlich eine Sanitätsstation und die Werksfeuerwehr der EIBIA ihren Sitz, der vor dem Hintergrund der gefährlichen Pulverproduktion eine besondere Bedeutung zukam. Die Gebäude wurden ab 1949 als Internat der Freien Waldorfschule genutzt. Heute befinden sich hier Privatwohnungen.

 

 

Gutshaus Bomlitz (erbaut 1872/1905)

Der ursprüngliche Siedlungskern, aus dem später der Ort Bomlitz wurde, befand sich im Bereich des Gutshofs. 1681 baute die Familie Pfuhl eine Papiermühle und errichtete kurz danach ein Wohnhaus. Nach 1815 übernahm die Familie Wolff das Haus und ließ 1872 einen repräsentativen Anbau errichten, der vom bekannten Architekten Conrad W. Hase entworfen worden ist. Der erhaltene Anbau gehört zu den ältesten Gebäuden in Bomlitz. 1905 wurde das Papiermacherhaus abgerissen und durch das heutige Gutshaus ersetzt. Beide Gebäudeteile werden seit 2001 von Unternehmen des Industrieparks Walsrode genutzt.

 

Afrika-Haus (erbaut 1913)

Fasziniert von Afrika beteiligte sich Oskar Wolff 1895 an der Gründung der Deutschen Tanga-Gesellschaft. Er wollte Handel im heutigen Tansania betreiben. 1912 kaufte er eine Kaffee-Pflanzung am Kilimandscharo, die von seinem Sohn Erich bewirtschaftet wurde. Das Afrika-Haus sollte als Bausatz zur Wolffschen Siedlung nach Tansania gebracht werden. Der Erste Weltkrieg stoppte aber diese Pläne: 1918 wurde die Familie Wolff nach dem Krieg in Tansania enteignet. Das Musterhaus konnte seine Reise nach Afrika nicht antreten und blieb in Bomlitz.

  

Alte Verwaltung Wolff (erbaut 1916)

In Schlossbauweise wurde von 1916 bis 1920 das sicherlich eindrucksvollste Gebäude in der Gemeinde Bomlitz auf einer Anhöhe errichtet. Verwaltung und Labore von Wolff & Co. waren hier untergebracht. In Größe und Qualität hatte das Gebäude gerade im Kontext der damaligen Bebauung eine starke Signalwirkung. Es zeigte damals wie heute die Position und Bedeutung der Firma Wolff für die Region Bomlitz/Benefeld. Die Sichtachse des Gebäudes ist auf das Wolff-Denkmal am Gutshof ausgerichtet und damit auf den Entstehungsort des Unternehmens und von Bomlitz.

 

Wohnhaus Gerd Wolff (erbaut 1940)

Die „Weiße Villa“ entstand ca. 1940 für die Familie von Dr. Gerd Wolff, einem Sohn von Oskar Wolff. Direkt neben ihr gelegen verstärkt sie den prägenden Eindruck der Alten Verwaltung und besteht ebenfalls aus drei Flügeln. 1945 hatte der britische Kontrolloffizier seinen Sitz in der Villa, 1950 wurde das Anwesen an die Familie Wolff zurückgegeben. Nach vielen Jahren als Gästehaus von Wolff Walsrode bietet es heute gut ausgestattete Räumlichkeiten für Feiern, Seminare und Veranstaltungen.

 

Wohlfahrtsgebäude (erbaut 1918)

Die vorhandenen Mitarbeiterunterkünfte verfügten überwiegend nicht über Bademöglichkeiten. Das Wohlfahrtshaus entstand im letzten Kriegsjahr 1918 und bot eine Sanitätsstation und Mietbäder. Diese fortschrittliche Ausstattung war vorbildlich für die Region und drückte auch das Selbstverständnis der Firma Wolff aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Wohlfahrtsgebäude bis 1959 Sitz der Gemeindeverwaltung. Die ursprünglich vorhandene Auffahrt musste in den 1980er Jahren weichen, als die Verkehrsführung im Ortskern geändert wurde.

 

Hauptpförtner Wolff (erbaut 1914)

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde das Werksgelände aus Angst vor Spionage eingezäunt. Das 1916 errichtete Hauptpförtnergebäude ist der Hauptzugang für damals wie gegenwärtig über 2500 Mitarbeiter. Die Rundbögen und ein modifiziertes Mansarddach sind als Merkmale des historischen Ortsensembles erkennbar. 1961 hielt der damalige Berliner Bürgermeister Willy Brandt am Hauptpförtner eine Rede vor vielen hundert Zuhörern.

  

 Gasthaus Pulverkrug (erbaut 1913/14)

Zeitgleich mit dem Ledigenheim wurde 1913/14 der Pulverkrug als zweites Bomlitzer Gasthaus errichtet. Architektonische Elemente wie der seitliche Mansardanbau zeigen deutlich die Zugehörigkeit zum denkmalgeschützten Ortsensemble. Der Saal wurde in den ersten Jahrzehnten für die Mitarbeiter als Kantine genutzt. Im Pulverkrug fanden die Ratssitzungen der 1928 gegründeten Gemeinde Bomlitz statt. Es wird heute als Restaurant genutzt. 

 

 

 Bahnhof Bomlitz (erbaut 1914/15)

Während des Ersten Weltkriegs stieg der Absatz bei Wolff & Co. erheblich. Die Produktion wurde ausgeweitet, daher wurde zur Unterstützung der Produktion 1915 eine Werkbahn gebaut. Das Bomlitzer Bahnhofsgebäude wurde zwei Jahre später errichtet. Es hat einen oktogonalen Grundriss und weist ebenfalls die Merkmale des übrigen denkmalgeschützten Ortsensembles auf. Die Werkbahn brachte jahrzehntelang täglich viele hundert Mitarbeiter an ihren Arbeitsplatz. Bis Ende der 1980er Jahre wurden noch Schüler zwischen Bomlitz und Walsrode befördert. Gütertransporte finden auch heute noch auf der Werkbahnstrecke statt.

 

Ledigenheim Wolff (erbaut 1913/14)

Gemeinsam mit dem Pulverkrug entstand 1913/14 das Ledigenheim. Bei mehr als 2500 Mitarbeitern in der Zeit des Ersten Weltkriegs war Wohnraum nötig, auch für junge Alleinstehende. Anfangs konnten vierzig Männer untergebracht werden. Zu Hochzeiten des Unternehmens stieg die Kapazität auf 144 Plätze. Architektonisch zeigt besonders der zentrale Mansarddachgiebel den Stil des denkmalgeschützten Ortsensembles. Zusätzlich findet man die Rundbögen des Eingangsbereichs beim später erbauten Hauptpförtnergebäude wieder.

Öffentlicher FORUM-Bücherschrank

Der öffentliche FORUM-Bücherschrank an der SoVD-Begegnungsstätte in Benefeld (Cordinger Straße 3) ist im April 2014 eingeweiht worden. Finanziert wurde er von der Gemeindestiftung "Soziales Bomlitz" und dem FORUM Bomlitz.

Der Bücherschrank soll als "Lesezeichen" eine Anregung zum Stöbern und Blättern in Büchern und Lesen und Austauschen von Büchern sein. Auf 17 Metern Regalbreite findet man unter den mehr als 800 Büchern fast alles: Da stehen Goethes "Faust" und Shakespeares "Hamlet" neben z.B. "Sofies Welt", Reiseberichten, Erich Kästner, Karl May, Konsalik und Simmel, Astrid Lindgren oder auch Geschichtsdokumentationen.

Wir freuen uns, wenn etwas für Sie dabei ist!

Melden Sie sich gern bei uns ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ), wenn Sie Anregungen oder Hinweise haben. Und: Wir brauchen IMMER Nachschub an Büchern! Melden Sie auch gern bei uns, wenn Sie eine Bücherspende für den Schrank machen möchten!

Nur der "Appetitanreger"!

Was Bücher betrifft, soll der Bücherschrank der "Appetitanreger" sein. Nehmen Sie sich gern Bücher mit und holen Sie sich Ideen. Für ein umfangreiches Bücherangebot und auch persönliche Beratung steht Ihnen die Gemeindebücherei im Dorfgemeinschaftshaus Bomlitz kompetent zur Verfügung.

Regeln für den Bücherschrank:

Damit der Bücherschrank funktioniert, helfen Sie bitte mit und beachten Sie die folgenden Regeln:

  • Bücher dürfen jederzeit und kostenlos ausgeliehen und mitgenommen werden.
  • Bücher dürfen jederzeit und kostenlos in den Schrank gestellt und damit zur Verfügung gestellt werden.
    Beachten Sie dabei bitte:
    Nur so viele Bücher, wie in den Schrank passen. Bitte keine Ablage unter dem oder am Schrank.
    Keine Bücher in zweiter Reihe oder auf den Bücherreihen.
    Aus hygienischen Gründen keine Bücher für Kleinkinder.
  • Achten Sie bitte mit darauf, dass der Schrank sauber und unbeschädigt bleibt.

 

Weihnachtsmarkt

Seit 2001 organisiert das FORUM Bomlitz den Bomlitzer Weihnachtsmarkt. Am zweiten Adventswochenende öffnen das Hüttendorf im Bomlitzer Bürgerpark und der Markt der Hobbykünstler im Saal des Restaurants Rosmarin & Thymian ihre Pforten.

Der Weihnachtsmarkt wird dabei getragen von den Bomlitzer Vereinen und Verbänden und von privaten Anbietern, die einfach Spaß am Weihnachtsmarkt haben. Man nutzt die Gelegenheit, mit den Bürgerinnen und Bürgern, Nachbarn und Freunden noch einmal zu feiern, bevor man das Jahr mit Weihnachten als schönstem Fest des Jahres ausklingen lässt.

Kochen Sie nichts, wenn Weihnachtsmarkt in Bomlitz ist! Hochzeitssuppe, Burgunderbraten im Brötchen, Gegrilltes und vieles andere gibt Ihnen die Auswahl zwischen allerlei Leckerem. Für kleines Geld essen gehen! Kalt wird Ihnen bestimmt nicht: Glühwein, Punsch und warmer Kakao wärmen Sie von innen, und Lagerfeuer und Feuerkörbe von außen.

Der Handwerkermarkt zeigt Ihnen Hobbykünstler bei der Arbeit. Egal ob Stoff- oder Holzarbeiten, filigrane Bastel- oder Schneiderarbeiten im Saal oder Motorsägenschnitzer vor dem Saal, Sie werden viel Interessantes und sicherlich auch etwas für den Gabentisch finden.

Im Rahmenprogramm gibt es viel Musik. Traditionell eröffnet der Kinderchor der Grundschule Bomlitz den Markt, viele andere Auftritte von Musikern und Gruppen aus der Region begleiten ihn zwei Tage lang. Auch das "Selber-Singen" wird organisiert.

Als Ehrengast kommt hoher Besuch aus dem Norden. Wenn‘s dämmrig wird, schaut wieder der Nikolaus vorbei und verteilt Süßigkeiten an alle braven Kinder. Und die Kinder in Bomlitz sind doch alle brav, oder?

Der Weihnachtsmarkt in Bomlitz macht Spaß! Er ist für die Anbieter viel Arbeit, aber gemeinsam mit den Besuchern hat man zwei schöne, abwechslungsreiche und dennoch besinnliche Tage. Machen Sie mit, wir brauchen viele Unterstützer! Und wir freuen uns über alle Leute, die mithelfen, den Weihnachtsmarkt für alle Bürgerinnen und Bürger zu einem tollen Ereignis in Bomlitz zu machen.

Wir suchen:

  • Vereine, Gruppen und Betriebe, die Stände anbieten
  • Hobbykünstler, die ihr Angebot präsentieren wollen
  • Musiker und Musikgruppen, die das Rahmenprogramm bereichern möchten
  • handwerkliche Helfer für Dekoration, Hüttenbau und Beleuchtung
  • Helfer bei Plakatierung und Verteilung von Einladungsflyern

 

Kontakt:

Torsten Kleiber

Fichtenring 25 - 29699 Bomlitz
Tel. 05161/48413

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Go to top

FORUM Bomlitz e.V. © 2013