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08.03.2018 Vorstellung Tagebücher Alice Schmidt 1948/49

Donnerstag - 19.00 Uhr - Bürgerhaus Benefeld (Niedersachsenplatz 1)

Alice Schmidt schrieb Tagebuch über den Alltag mit ihrem Mann Arno Schmidt. Susanne Fischer ist Geschäftsführerin der Arno-Schmidt-Stiftung und hat bereits Bände aus den 1950er Jahren herausgegeben. Nun hat sie die Tagebücher der Jahre 1948/49 überarbeitet, die aus der Cordinger Zeit stammen. Diesen literaturhistorischen Schatz stellt Fischer in Benefeld erstmals als Buch vor, bevor es auf der Leipziger Buchmesse präsentiert wird. Der Eintritt ist frei!

Ab September 1948 soll Alice Schmidt das Schriftstellerleben ihres Mannes dokumentieren. Von nun an notiert sie in geschenkte Hefte mit selbst angerührter Tinte, woran Arno Schmidt arbeitet, was er liest und mit wem er korrespondiert. Schwarzmarkthandel, Hunger und Armut bestimmen zu dieser Zeit das Leben der Schmidts im Flüchtlingsquartier Mühlenhof in Cordingen, aber das Ehepaar genießt auch die vielen Spaziergänge in die Wälder, die später in Schmidts Werk eingehen, und die abendlichen Vorlesestunden. Eine Reise nach Hamburg zu Schmidts damaligem Verlag Rowohlt ist für Alice Schmidt eine ebenso willkommene Unterbrechung des mühsamen Alltags wie der Besuch von Rundfunkmitarbeitern, die den Autor zu seinem ersten Buch befragen.

Nach den Tagebüchern 1954 bis 1956, die jene Zeit anschaulich machen, in der sich Arno Schmidt mühsam als Autor im Nachkriegsdeutschland etabliert, verzeichnet dieses früheste Journal die Anfänge seiner Existenz als Schriftsteller. Für Schmidt sind diese Jahre geprägt von beruflicher Unsicherheit: Er wartet verzweifelt auf die Veröffentlichung seines Erstlings Leviathan und muss dazu noch hinnehmen, dass seine Lesedrama Massenbach von seinem Verlag abgelehnt wird.

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