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Das Design der Natur fragt nicht nach Gut und Böse

04/2018 - Die Natur hat das Leben von Seeben Arjes stark geprägt. Er war Förster auf dem Truppenübungsplatz Bergen und wurde als Jäger und Schweißhundeführer bekannt. Über seine Tätigkeit wurde im Fernsehen berichtet, und nach zahlreichen Beiträgen in Fachzeitschriften veröffentlichte er auch Bücher. Das Jagdbuch "Dampf im Garten Eden" ist sein bekanntestes und gewann Preise. Beim FORUM präsentierte der Naturfotograf in der Vortragsreihe "Natur und Umwelt" Beispiele dafür, wie sich Tiere auf unterschiedliche Umweltbedingungen und die Herausforderung Mensch einstellen.

Die Natur- und Tierfotografie ist zu seiner Leidenschaft geworden. Arjes liebt die stillen Stunden in der Natur der Region, um mit seiner Kamera Wildtiere zu beobachten. Mit Ortskenntnis, Geduld, Technik und viel Verständnis für das Tierverhalten gelingen ihm eindrucksvolle Aufnahmen. "Dabei lassen sich die Tiere nur ungern zur Mitwirkung bewegen", sagt er schmunzelnd. In "Design der Natur" lernten die Gäste einen fachkundigen und fast schon philosophischen Fotografen und Schriftsteller kennen.

Die Natur passe sich nicht freiwillig an, so Arjes, sie gehorche dem Diktat des Notwendigen. Die Natur arbeite immer nach Versuch und Irrtum, es gelte das Recht des Besseren und Geschickteren und keine moralische Bewertung von richtig und falsch. Anders die Menschen: Sie hätten ein Bewusstsein für ihr Handeln und unterschieden in schädlich oder nützlich, hässlich oder schön, gut oder böse. Für ihre Ziele greifen sie in natürliche Abläufe ein.

Als Hunde seien z.B. Wölfe in ihrer Zuchtform Haustiere der Menschen geworden. Die wilden Vorfahren würden durch Vorstellungen von Nützlichkeit und Mode bewusst verändert. Sie könnten in der Natur allerdings mittlerweile nicht mehr überleben z.B. durch zu lange Haare oder würden erfrieren, weil sie nackt sind.

Der Vorfahre Wolf hingegen sei von der Natur perfekt für seine Aufgabe als großes Raubtier geprägt: "Hier gibt es nichts zu verbessern, und das betrifft sowohl die physische Konstellation als auch die Sinnesausstattung und seine Ausrichtung als intelligentes, sozial lebendes Tier." Über die Evolution richtet die Natur seine Lebewesen optimal auf ihren Lebensraum aus.

Selbst für einen Experten wie Seeben Arjes ist die Komplexität der Natur allerdings nur schwer durchschaubar. Er mahnte mit seinem Vortrag zu einem stetigen, besonders behutsamen Umgang mit der Natur, damit Zusammenhänge nicht übersehen werden. "Denn die Natur klagt nicht, bevor sie verschwindet", erklärte Arjes und machte sich an diesem Abend erneut zu einem Anwalt für Natur und Tiere.

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