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Familie Isegrim entwickelt sich gut in der Heide

02/2013 - Im letzten Jahr hatte das FORUM Bomlitz e.V. zum Thema „Rückkehr der Wölfe in die Lüneburger Heide“ eingeladen. Die Diplom-Biologin Dr. Britta Habbe hatte als Referentin von der damaligen Sensation berichtet: Es gibt einen Wolf auf dem Truppenübungsplatz Munster. Ein Jahr später konnte Britta Habbe vor 90 Gästen Fotos und kurze Filme von einer erfreulichen weiteren Entwicklung zeigen: Mittlerweile lebt ein Wolfselternpaar mit seinen drei Welpen auf dem Gelände und fühlt sich offensichtlich wohl.

Die Referentin ist bei der Landesjägerschaft beschäftigt und die zentrale Anlaufstelle für alles, was mit Wölfen in Niedersachsen zu tun hat. Rund vierzig ehrenamtliche Wolfsberater sammeln Spuren und Beobachtungen, die zentral von Dr. Habbe registriert und wissenschaftlich ausgewertet werden. „Es ist generell nicht einfach, diese Spuren verlässlich nachzuweisen. Auch mit einem geübten Auge hat man Schwierigkeiten, die charakteristischen Merkmale von Wolfsspuren von Spuren anderer Wildtiere und vor allem von Hunden zu unterscheiden.“ Deshalb sei es wichtig, Hinweise wie z.B. Trittsiegel und Losungen so genau wie möglich zu dokumentieren und der Landesjägerschaft mitzuteilen, bat Dr. Habbe.

Grund zur Sorge ist die Rückkehr von Familie Isegrim nicht: „Der Wolf ist ein Wildtier, das genauso scheu ist wie andere Wildtiere auch, und weicht dem Menschen aus.“ Und der Wolf ist „Energiesparer“: Der überwiegende Anteil der Beutetiere ist in mäßiger bis schlechter Verfassung, wobei Rehwild über 50 % ausmachen würden. Der Wolf habe also seine Funktion im ökologischen Gleichgewicht, auch wenn sein Effekt wegen der geringen Population kaum ins Gewicht fallen würde.

Alte Geschichten von Wolfsangriffen hätten sich im Nachhinein fast durchgängig als unwahr erwiesen. Häufig wurden nur die alten Märchenvorurteile in der Bevölkerung genutzt, um von Wilddieberei oder eigenen Schlachtungen abzulenken: „Wenn gerade in Zeiten kurz nach dem Krieg von angeblichen Wolfsrissen mit kreisrunden und glatten Schnitten berichtet wurde, war das sicherlich nicht auf Wölfe zurückzuführen.“ Der Wolf als Sinnbild für das Böse hätte mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Rotkäppchen müsste bei einem Gang durch die heimischen Wälder weiterhin keine Angst haben.

Wer bei seinen eigenen Waldspaziergängen Spuren findet, die von Wölfen stammen könnten, möge sich bitte direkt an Dr. Habbe wenden (Telefonnummer 0511/8567791). Im nächsten Jahr wird sie auf Einladung von Hans Scheele vom FORUM Bomlitz erneut über die weitere Entwicklung der Wölfe in der Lüneburger Heide auf dem Laufenden halten.

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