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Musikalische Erinnerung an Tucholsky und Kästner

06/2018 - Erich Kästner und Kurt Tucholsky wollten "mit der Schreibmaschine die Katastrophe verhindern". Die Nazis kamen dennoch an die Macht, und die beiden Autoren gehörten zu denen, deren Texte bei der Bücherverbrennung im Mai 1933 ins Feuer geworfen wurden. Tucholsky emigrierte nach Schweden, Kästner blieb unter anderem wegen seiner Mutter in Deutschland. Bei einem musikalischen Literatur-FORUM in der Cordinger Mühle erinnerte der gebürtige Bomlitzer Hans-Walter Fechtel an die beiden wertvollen deutschen Autoren mit Liedern, Gedichten und einer guten und erläuternden Moderation.

Erich Kästner ist mit seinen Büchern wie "Als ich ein kleiner Junge war", "Das doppelte Lottchen", "Emil und die Detektive" oder "Das fliegende Klassenzimmer" im Nachkriegsdeutschland bekannt und beliebt geworden. Vorher war er bekannt als politischer Autor von Gedichten und Essays mit pazifistischen Inhalten. Sein Berufsverbot konnte er umgehen, indem er mit einem Pseudonym für Komödien und Unterhaltung schrieb. Unter anderem schrieb er das Drehbuch des Films "Münchhausen" mit Hans Albers. Hans.-W. Fechtel sang Lieder von Kästner und auch Gedichte, für die er gesondert die Musik komponiert hatte, begleitete sich auf der Gitarre und konnte den Witz und den Charme von Kästner deutlich machen. 

Kurt Tucholsky war von Anfang an politischer Publizist, schrieb für das Kabarett und für die Zeitschrift Weltbühne. Er trat für einen offensiveren Umgang mit den Feinden der Demokratie ein, was ihn zu einem direkten Gegner der Nazis machte. Er lebte bereits seit den 1920er Jahren in Paris und zog noch vor der Machtergreifung nach Schweden. Desillusioniert zog er sich zurück: "Gegen einen Ozean pfeift man nicht an." Aus der Ferne setzte er sich für die Verleihung des Friedensnobelpreises an Carl von Ossietzky ein, der im KZ gefangengehalten wurde. Die Verleihung erlebte Tucholsky nicht mehr: Er starb im Dezember 1935 an einer Überdosis Tabletten, die näheren Umstände sind ungeklärt.

Hans-W. Fechtel machte mit seinem Abend unterhaltsam neugierig auf die beiden Ausnahmeautoren und warb für das Ziel der Reihe Literatur-FORUM: "Schauen Sie im Bücherregal nach und nehmen Sie 'mal wieder einen der wichtigen Autoren zur Hand, z.B. Kästner oder Tucholsky. Sie sind es wert, es lohnt sich."

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