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Bei Barich konnte man anschreiben lassen

11/2016 - Der Vater von Hans-Jürgen Bollig war der Werksarzt der EIBIA und später Hausarzt in Benefeld. So war die Familie im Ort bekannt und Dr. Bollig eine Institution. Hans-Jürgen Bollig verbrachte seine Kindheit und Jugend in Benefeld, hat sie noch heute in guter Erinnerung und besuchte das FORUM Bomlitz, um aus alten Zeiten zu erzählen. Bollig hat seine Erinnerungen aufgeschrieben und las daraus Episoden vor. Das Benefeld der 1960er Jahre kam dabei vielen Gästen bekannt vor und sorgte für viele Schmunzler.

Benefeld und Bomlitz seien damals anders gewesen als die anderen Dörfer in der Lüneburger Heide. Durch die Flüchtlinge, die Arbeit bei Wolff oder der EIBIA und die ehemaligen Fremd- und Zwangsarbeiter gab es viele Menschen, die aus fremden Ländern und anderen Regionen stammten. Da waren Rheinländer wie sein Vater, Schlesier, Ostpreußen, Pommern, Polen und Tschechen oder auch Hamburger wie der Einzelhändler Kock, der mit seinem Obst die "große weite Welt" nach Benefeld holte. Bollig schätzte diese Vielfalt.

Er selbst war vom Geist der 68er beeinflusst und stieß damit auf wenig Gegenliebe bei seinem Vater. Aber der Jugendliche nutzte seine Möglichkeiten: Seinen Schulbedarf z.B. durfte er im Zeitschriftenladen Barich kaufen und anschreiben lassen. Sein Vater bezahlte schließlich einmal im Monat. Als er im Laden darum bat, auch den "Spiegel" anschreiben zu dürfen, vereinbarte man wegen des höheren Kaufpreises, für einen "Spiegel" fünf Schreibhefte zu verzeichnen. Von dem Magazin selbst durfte der Vater nicht erfahren. Aber es gab Lob von ihm für den angeblichen schulischen Fleiß des Sohnes, der an dem vermeintlich höheren Verbrauch an Schreibheften zu erkennen gewesen sei.

Hans-Jürgen Bollig ging später zum Studieren nach Berlin, kam als Student in den Semesterferien als Aushilfe zu Wolff, wurde Lehrer und lebt heute in St.Augustin bei Köln. Schon vor seiner Pensionierung begann er zu schreiben und hat mittlerweile einen Roman über seine Erlebnisse an den unterschiedlichen Stationen seines Lebens geschrieben. Die Episoden aus Benefeld haben dabei einen besonderen Charme.

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