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Madagaskar - Schönheit mit zwei Gesichtern

10/2017 - Als sich die Kontinente trennten, blieb Madagaskar als eigenständiger Teil unabhängig und weit genug entfernt vom nächsten Festland, so dass sich Tiere und Pflanzen ohne weitere Einflüsse entwickeln konnten. Ca. 80 % der Flora und Fauna sind endemisch: Es gibt sie nur auf Madagaskar und sonst nirgendwo auf der Erde. Dieses einzigartige Naturerbe ist aber durch die Armut der Bevölkerung in Gefahr. Die italienische Benefelderin Erika Sbarra berichtete bei einem FORUM-Weltreisevortrag sehr lebendig von der Insel und von ihrem ehrenamtlichen Einsatz in einem Entwicklungshilfeprojekt auf Madagaskar.

Der madagassische Regenwald ist ein Paradies. Mit seinen vielen unterschiedlichen Arten von z.B. Lemuren, Echsen, Riesenschildkröten, Fröschen oder Vögeln ist die Insel ein traumhaftes Reservat der Natur. Bevor die ersten Siedler kamen, waren vermutlich 90 % der Fläche bewaldet. Das hat sich allerdings in der Zwischenzeit geändert. Um Anbaufläche für Reis zu gewinnen, roden die verarmten Bauern den Regenwald, so dass heute rund 60 % von Madagaskar aus Savanne bestehen. Renaturierungen blieben bislang erfolglos. Die Bodenerosion schleift die Landschaft, die rotbraune Erde wird vom Regen in die Flüsse gespült, so dass die Gewässer auf Satellitenbildern wie Adern aussehen. "Eine Insel blutet aus" titelte ein Magazin dazu.

Erika Sbarra war seit Jahren fasziniert von Madagaskar, unterstützte über die italienische Organisation "Granello di Senape" (deutsch "Senfkorn") ein Patenkind, bis sie der Einladung folgte, sich die Arbeit vor Ort anzuschauen. Gemeinsam mit einer italienischen Studentin reiste sie für einige Wochen auf die Insel und arbeitete in Einrichtungen von Granello di Senape wie einer Schule, im landwirtschaftlichen Aufbau und bei der Versorgung der Kinder. "Es ist eine andere Welt, ein anderer Tag, ein anderes Leben", sagt die Referentin. "Und man weiß, dass man helfen muss, damit diese Insel sich entwickeln kann und das Naturerbe erhalten werden kann."

Das tut Erika Sbarra. Mit ihrer Familie betreibt sie eine Eisdiele in Benefeld, bis Anfang November die Saison beendet ist. Den Winter verbringt ihre Familie in Italien. Für einen Teil dieser Zeit plant Erika wieder eine Reise nach Madagaskar. "Ich kann mich bei der nächsten Reise besser vorbereiten, weil ich weiß, was mich erwartet. Und ich freue mich, wieder einen kleinen Beitrag leisten zu können."

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