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Helene Felsch hatte es mit Schmidts nicht leicht

06/2019 - Juristisch sei die Sache schnell eindeutig gewesen, erklärte Torsten Kleiber bei der letzten FORUM-Führung zu "Arno Schmidt in Benefeld": Arno und Alice Schmidt hatten mit Helene Felsch einen mündlichen Vertrag über die Miete von Möbeln abgeschlossen. Und als Schmidts knapp bei Kasse waren, stellten sie die Zahlungen ein. Frau Felsch schaltete den Walsroder Anwalt von Nottbeck ein, der höflich die Schulden eintreiben wollte. Sein schriftlicher und sprachlich anspruchsvoller Schlagabtausch mit Arno Schmidt ist unter Schmidt-Kennern legendär und in dem Buch "In Sachen Arno Schmidt: Prozesse 1 & 2" von Jan Phillip Reemtsma unterhaltsam dokumentiert.

Schmidt zeigte sich in diesen Dokumenten von seinen bekannten Seiten: sprachlich virtuos, kreativ und schlagfertig, aber auch dickköpfig, rechthaberisch und beleidigend. Kostprobe:

Arno Schmidt: "Was die durch Ihr Eingreifen entstandenen Kosten, mit denen Sie mich belasten zu müssen glauben, anbelangt, so erscheint mir diese Annahme durchaus abwegig; wenden Sie sich damit an Ihre Auftraggeberin, Frau F.; ich habe Sie weder beschäftigt, noch gedenke ich das jemals in Zukunft zu tun."

Von Nottbeck: "Wenn Sie schreiben, dass Sie nicht gedenken, mich zu beschäftigen, so muss ich mit Bedauern feststellen, dass ich leider gezwungen bin, mich mit Ihnen zu beschäftigen."

Helene Felsch starb 1960 im Alter von 80 Jahren, ihr Grab besteht noch auf dem Walsroder Stadtfriedhof.

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