Aktuelle Seite: HomeAktuellesNachrichtenVorträgeArno SchmidtPhilostratos bei "Enthymesis" begleitet

Philostratos bei "Enthymesis" begleitet

04/2019 - Bereits nach einigen Wochen am Cordinger Mühlenhof setzte sich Arno Schmidt an den Küchentisch und schrieb eine Erzählung nieder, die allerdings erst mehr als drei Jahre später veröffentlicht wurde. "Enthymesis oder W.I.E.H." war der dritte Teil der Reihe "Arno Schmidt les'n" von Stadtbücherei Bad Fallingbostel und FORUM, in der Texte von Arno Schmidt vorgestellt werden, die entweder in der Region entstanden oder hier handeln. Dr. Wolfgang Brandes und Christoph tom Diek trugen die Erzählung vor und gaben viele erläuternde Informationen, die hilfreich waren für die Einordnung des Textes.

Geschrieben hat Arno Schmidt ein Tagebuch, das in einer Antike angesiedelt ist, die manchmal Züge des gerade untergegangenen 1000-jährigen Reichs annahm. Philostratos hat dabei den Auftrag, auf einer Expedition die Erde zu vermessen und den Erdumfang zu bestimmen. Dazu wird er von seinem Auftraggeber in bislang unerforschte Wüstengebiete Alexandriens geschickt. Oftmals kommentiert Philostratos die anderen Expeditionsteilnehmer gehässig. Er ist ein Einzelgänger wie Schmidt selbst, der vor der Gemeinschaft mit anderen Menschen fliehen will.

Ausdruck dieser reservierten, teilweise sogar feindseligen Sicht auf andere ist auch die Abkürzung im Nebentitel: Bei der Veröffentlichung von „Enthymesis“ scheint es nur einen Leser gegeben zu haben, der hinter das Geheimnis der Abkürzung kam: Jürgen Schüddekopf, der Leiter des Nachtprogramms beim NWDR,  nahm am 26. November 1949 in Cordingen eine Lesung aus dem „Leviathan“ auf.  Alice Schmidt hält in ihrem Tagebuch fest, dass man im Gespräch über „Enthymesis“ auf die Frage kam „‚Was heißt: w.i.e.h.‘ Schüddekopf  denkt einige Zeit nach und dann: ‚Wie ich Euch hasse?‘. Wir (Arno & Ich) kucken uns sprachlos an. Und Arno gibt’s im zu, daß ers wörtlich erraten hat mit dem Zusatz: 'Meine Hochachtung vor Ihnen steigt gewaltig.'"

Go to top

FORUM Bomlitz e.V. © 2013