Aktuelle Seite: HomeAktuellesNachrichtenCordinger Mühle und TraditionEin Tag für die "älteste Kraftmaschine der Welt"

Ein Tag für die "älteste Kraftmaschine der Welt"

05/2016 - Seit mehr als zwanzig Jahren kann man am Pfingstmontag zum Deutschen Mühlentag bundesweit über tausend Wind- und Wassermühlen besuchen. Diese Denkmäler der Technikgeschichte machen immer wieder begreiflich, wie bis vor nicht allzu langer Zeit noch aus Korn das lebenswichtige Mehl hergestellt wurde. Wie auch die Cordinger Mühle hat dabei jede ihre eigene Geschichte. Das FORUM beteiligt sich in jedem Jahr mit einem bunten Fest mit Musik, Vorträgen, Vorführungen und Essen und Trinken, zu dem in diesem Jahr mehr als 450 Gäste kamen.

Der freiwillige Müller Horst Peterson vom FORUM führte mit seiner "Gesellin" Insa Peterson durch die Cordinger Mühle und erläuterte die Technik. Dabei ging es nicht nur um den Weg vom Antrieb des Wasserrads bis zum Drehen der Mühlsteine. Im gesamten Prozess waren noch viele Schritte notwendig, um Korn zu Mehl zu verarbeiten: Verschiedene Reinigungsautomaten waren vorgeschaltet, die das angelieferte Mahlgut siebten, mit einem sogenannten Aspirateur "die Spreu vom Weizen" trennten, mit einem Magneten Metallreste entfernten, Wildkräutersamen aussortierten und den öligen Keim am Korn abschlugen. Durch das gesamte Gebäude wurde das Korn in seinen unterschiedlichen Verarbeitungsstufen mit einem Becher-Elevator transportiert.

Alles wurde mit der Kraft des Wasserrads angetrieben und musste von den Müllern nicht nur beherrscht, sondern auch im Notfall repariert werden. "Das war viel Arbeit, und es waren viele Kenntnisse nötig. Wir wollen an diese alten Zeiten erinnern, in denen der Strom noch nicht aus der Steckdose kam und das Mehl nicht einfach im Supermarkt-Regal stand. Den Luxus der heutigen Zeit begreift man erst, wenn man die alten Zeiten versteht", betonte Peterson. "Und die Cordinger Mühle ist dafür ein sehr anschauliches Beispiel."

Darüber hinaus ist die "alte Dame" Cordinger Mühle mit Backhaus und Müllerhaus, der Warnau und dem Mühlenteich wohl der schönste und malerischste Ort in der Gemeinde Bomlitz. Und gerade am Mühlentag war wieder Trubel drumherum wie auf einem Dorfplatz: Die Eisenbahnfreunde, die Theatergruppe LaFiBo, die Zirkus-AG der Waldorfschule und das FORUM hatten Infostände. Musik kam von der FORUM-Flötengruppe, der Akkordeon-Gruppe Amtsfeld und Jana Kleiber am Klavier. Zusätzlich gab Thorsten Neubert-Preine einen Überblick zur EIBIA, und Dieter Brause-Scilasko unterhielt mit seinen Geschichten aus "Kaum unglaublich, aber wahr". Die Gäste hatten gut zu tun und stärkten sich mit Bratwurst und Getränken bei den Benefelder Kleingärtnern und mit Kaffee und Kuchen bei den Bomlitzer Grundschuleltern.

Die nächsten Gelegenheiten, die Mühle zu besuchen, sind schon bald: Am 12. Juni wird das Duo BeoBeat in dieser besonderen Kulisse auftreten, und am 23. Juni wird der Bomlitzer Autor Oliver Peetz dort aus seinem Thriller "Katzenpolka" lesen. Hier lohnt sich ein Besuch nicht nur wegen der Cordinger Mühle.

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