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Wieder Staunen und Begeisterung beim Publikum

08/2016 - Einige hatten Irina und Elisaveta Morosowa bereits kennengelernt, für andere war das Erlebnis neu: Die 22-jährigen Zwillinge bereiteten an Zimbal und Klavier nicht nur einen Abend mit wunderschöner Musik, sondern versetzten die Gäste auch in großes Staunen über ihre virtuosen Fähigkeiten. Sie zeigten das Zimbal als Instrument der klassischen und traditionellen Musik, und präsentierten es auch z.B. als Element von Jazz-Arrangements. Das Konzert war sicherlich einer der Höhepunkte im FORUM-Programm 2016.

2009 kamen Irina und Lisa Morosowa zum ersten Mal nach Bomlitz, als sie 14 Jahre alt waren. Sie studieren in der Zwischenzeit beide Musik und treffen in Bomlitz auf ein Publikum von "alten Freunden", die ihre Entwicklung in mittlerweile sechs Konzerten mit großer Freude mitverfolgen konnten. Bei ihrem diesjährigen Konzert wurden sie begleitet von Natalie Osidchenko, die in den Zugaben ihre Kommilitoninnen bei zwei Gesangsstücken unterstützte. Auch ohne Instrumente begeisterten die sympathischen jungen Leute das Publikum mit ihren tollen Stimmen und werden hoffentlich auch in den kommenden Jahren Bomlitz weiter besuchen.

Walsroder Zeitung vom 20.08.2016: Zwei sind ein Orchester. Konzert für Zimbal und Klavier beim Forum Bomlitz e.V.

Als 'Konzert für Zimbal und Klavier' war der Auftritt von Elizaveta und Irina Morosowa im Bomlitzer Dorfgemeinschaftshaus am vergangenen Donnerstagabend angekündigt. Die Zwillinge vereinten in ihrem Spiel gleich mehrere Aspekte, mit denen sie sich in der Menge musikalischer Darbietungen abhoben. Gleich zu Beginn bot sich den Zuhörern, die im Konzert ja auch immer Zuschauer sind, ein Blick in den Zusammenhang von Gestaltung im Ausdruck und technischer Brillanz. Diese Verbindung offenbart sich sonst nur in virtuosen Soli, während hier schon in der romantisierenden Bearbeitung des 'Ave Maria' (Bach – Gounod) eine Eigentümlichkeit des Saitenstruments ausgeglichen werden musste. Der Ton einer Saite ist flüchtig und wird nicht, wie an einer Orgel, elektromechanisch gehalten. So musste Irina Morosowa am Zimbal in der gesanglichen Melodie lange, technisch fordernde Tremoli spielen, um die Töne 'stehen zu lassen' . Gleichzeitig behielt sie durchweg das Gehör für ihre Schwester Elizaveta am Klavier, und konnte auf deren fein abgestufte Arpeggien reagieren.

Das Zimbal ist bis heute vielen Zuhören im Trio mit Violine und Kontrabaß bekannt. Die Arrangements, die die beiden Schwestern in ihrem Konzert nutzten, verschmolzen aber  auch das Zusammenspiel  mit Klavier. Dabei wurde keines der Instrumente klanglich erdrückt. Melodie und Begleitung waren transparent.Zu dieser Klarheit trug auch der extreme Dynamikumfang bei, den Irina Morosowa (Zimbal) aus ihrem Instrument gewann, ohne dass die Sauberkeit des Spiels gelitten hätte. Die ausladende Dynamik, die man dem Saiteninstrument oft nicht zutraut, zeigte sich vor allem in Antonio Vivaldis Satz 'Der Sommer' aus 'Die vier Jahreszeiten'. Die lauten Tutti-Passagen, die sonst das barocke Orchester übernimmt, wurden überzeugend abgebildet. Die zwei Musikerinnen boten an dieser Stelle den Eindruck eines Orchesters, anstatt in wichtigen Passagen allzu viele Kompromisse eingehen zu müssen, wie es bei Bearbeitungen von Orchesterwerken häufig der Fall ist. Dass man dem Zimbal ebenso hinsichtlich der Klangfarbe Abwechslung zutrauen sollte, zeigte dann ein Tango von Astor Piazolla. Kurzweilige Wechsel in der Mitte des ersten Konzertteils brachte 'Drei Tamburine' (Rameau/ Hasse/ Gossec).

Der zweite Teil des Konzerts, der nach einer zehnminütigen Pause folgte, bot ein Programm, das vor allem im Wechsel des musikalischen Charakters einen Bogen spannte. So reichte dieser von weißrussischen Tänzen über ein russisches Volkslied bis zu den 'Kubanischen Impressionen'.

Technische Sauberkeit, konzentriertes Spiel, Ausdruck und gleichzeitig die Lockerheit, die ein lebendiges und stimmiges Zusammenspiel braucht, waren der sprichwörtliche rote Faden, der an diesem Abend im vollbesetzten Dorfgemeinschaftshaus die beiden Teile des Konzerts zu einer Ausnahme-Darbietung verband.

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