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Josefa Schmidt war "Beflügelt!" in Benefeld

03/2020 - Aus der ganzen Region zieht es ein großes Publikum zu den "Beflügelt!"-Konzerten von Waldorfschule und FORUM in den Pavillon der Waldorfschule Benefeld, um außergewöhnliche Künstler am Klavier zu erleben. Dieses Mal war die 21-jährige Pianistin Josefa Schmidt zu Gast. Sie studiert zurzeit an der Hochschule für Musik in Hannover, und hat bereits zahlreiche Wettbewerbe im In- und Ausland gewonnen. Auch im Rundfunk war sie schon mehrfach zu hören. Dieses Mal und im Jahr des 250. Geburtstags von Ludwig van Beethoven war sie "live" in Benefeld mit ihrem Programm "Beethoven plus", das von der Klassik geprägt war.

Zunächst Haydn als noch galanter Einstieg: Seine Sonate F-Dur von 1773 ist seinem damaligen Dienstherren, dem Fürsten Esterházy, gewidmet. Dieses dreisätzige Werk wirkt einerseits einfach und schlicht, andererseits verkehrt sich die scheinbare Heiterkeit mit auskomponierten Trillern und Verzierungen schnell in ein hintergründiges Spiel mit kleinsten Motiven. Josefa Schmidt spielte differenziert in durchsichtiger Klarheit und verzichtete in Anlehnung an die historischen Instrumente auf das Pedal.

Das nächste Stück war die Klaviersonate Nr. 3 von Ludwig van Beethoven, die seinem Lehrer Joseph Haydn gewidmet ist. Josefa Schmidt brillierte mit markantem Duktus und wechselte zwischen versprühender Energie, lyrischen Kantilenen und virtuosen Passagen. Das Melancholisch-Tiefgründige machte sie stets hör- und spürbar, sowohl an den zart ausdrucksstarken Stellen, aber auch in Zeiten des Aufbegehrens. Selbst das Scherzo war weniger heiter und verspielt, als eher tiefgründig und dunkel.

Zuletzt dann Schuberts "Drei Klavierstücke" aus seinem letzten Lebensjahr, die schon deutlich romantische Züge aufwiesen, aber der Stimmung nach an die vorherigen Stücke anschlossen. Das Schöne scheint nur noch in der Erinnerung vorzukommen, die dräuenden Tonwiederholungen und energiegeladenen Abschnitte markieren das unentrinnbare Schicksal.

Das Publikum bedankte sich mit begeistertem Applaus - Josefa Schmidt bedankte sich im Gegenzug mit einem virtuosen Präludium von Chopin.

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