Aktuelle Seite: HomeAktuellesNachrichtenEIBIA und OrtsgeschichteDer Alltag drehte sich um das tägliche Überleben

Der Alltag drehte sich um das tägliche Überleben

06/2018 - Schon in der Bronzezeit war das Leben in unserer Region hart. Die Böden waren geprägt von der Eiszeit, nicht besonders fruchtbar und die Jahreszeiten unbarmherzig. Wenn eine Ernte ausblieb, bestanden Hunger und Lebensgefahr. Jahrhunderte später im frühen Mittelalter war das Leben unverändert hart, und die landwirtschaftlichen Werkzeuge waren im Prinzip nicht moderner geworden. Für das FORUM erläuterte Dirk Hering von der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft bei einer Führung das Borger Hügelgräberfeld und die Borger Burg. Er zeigte dabei auch Fotos und Pläne von bisherigen Untersuchungen.

Reichtümer konnten in der hiesigen Region weder in der Bronzezeit noch im Mittelalter erwirtschaftet werden, und auch Graf Walo, Gründer des Klosters Walsrode, war wohl eher "verarmter Landadel". Die Borger Burg war nur ein Lager mit Palisadenzaun, aber als Fluchtburg so gut in die Landschaft gesetzt, dass sie einige Jahrzehnte bestand. Warum sie schließlich aufgegeben wurde, ist nicht bekannt. Durch Bohrungen und gezielte Schnitte in den Burghügel konnten allerdings in vergangenen Untersuchungen die Zivilisationsspuren ermittelt und in einen zeitliches Nacheinander gebracht werden.

Für diese detektivische Arbeit ist viel Erfahrung aus Grabungen dieser Art notwendig. Dirk Hering hat als Grabungstechniker viele ähnliche Untersuchungen geleitet und erkennt die Spuren in einem Profilschnittbild. "Man sieht die farblich abgesetzten Sedimente, man kann die Muster zuordnen und erkennt die Zivilisationsschichten. Besonders ergiebig sind die Stellen, an denen die Menschen ihren Müll abgeworfen haben."

Die Borger Burg hält in dieser Hinsicht noch einige Informationen und Erkenntnisse und vielleicht auch Überraschungen bereit. Wichtig ist jedoch, dass nichts durch weitere Grabungen zerstört wird. "Die Technik wird immer besser, man braucht Computer mit hohen Verarbeitungsleistungen, um Scans unterschiedlicher Techniken zum Sprechen zu bringen. Und irgendwann sind die Kosten finanzierbar für solche systematischen Analysen auch an der Borger Burg." In der Zwischenzeit seien mögliche Funde in der Erde am sichersten aufgehoben. Würden einzelne Funde freigelegt werden, wären sie aus dem Zusammenhang gerissen und hätten keinen Wert. Daher sei es wichtig, dass die Borger Burg und auch andere Bodendenkmäler unangetastet blieben.

Im Archäologischen Museum in Bad Fallingbostel sind Funde aus dem Landkreis ausgestellt und werden den Gästen bei Führungen erläutert. Es ist geöffnet an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat. Der Eintritt ist kostenlos, eine Spende aber immer willkommen.

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