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Auf archäologischen Spuren durch Borg

05/2017 - Gewässer bedeuteten in der Geschichte Zugang zu Lebensmitteln, Schutz und auch Transportmöglichkeiten. Im "Flussdelta" der Gemeinde Bomlitz aus Warnau, Bomlitz und Böhme siedelten daher nachweisbar bereits in der Bronzezeit vor rund 3.500 Jahren Menschen und bestatteten ihre Verstorbenen in Hügelgräbern. Für das FORUM führte Dirk Hering von der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft die Gäste zum Gräberfeld in Borg. Anschließend besichtigte die Gruppe die mittelalterliche Borger Burg, von der heute nur noch Spuren erkennbar sind.

In einer Zeit, in der in Ägypten bereits rund 1.000 Jahre lang die Pyramiden gebaut waren, lebten die Menschen während der Bronzezeit in der Region Bomlitz in sehr einfachen Verhältnissen. Die Bronze, die der Epoche ihren Namen gab, wurde nicht aus abgebauten Erz selbst hergestellt, sondern kam wohl eher über Händler aus Südeuropa in den Norden. Diese Händler brachten nicht nur Waren, sondern auch Gebräuche und kulturelle Errungenschaften mit.

Bronzegegenstände hatten als Luxusgüter einen hohen Wert und wurden nicht selten in Hügelgräbern den Verstorbenen als Grabbeilage mitgegeben. Zehn Hügelgräber gibt es auf dem Feld in Borg, von denen einige noch nicht untersucht worden sind. "Eine Ausgrabung heißt gleichzeitig die Zerstörung des untersuchten Objekts. Deshalb verzichtet man auf Ausgrabungen, wenn nicht sehr gute Gründe doch dafür sprechen", erklärte Dirk Hering, "wir überlassen die Spuren nachfolgenden Generationen von Archäologen, die vielleicht in Zukunft bessere wissenschaftliche Methoden zur Analyse haben."

Die Borger Burg hat hingegen nur wenige sichtbaren Spuren. Sie stammt aus dem 8. bis 9. Jahrhundert und war als Fluchtburg angelegt. Im Winkel, in dem die Warnau in die Böhme fließt, gab es einen natürlichen Schutz von zwei Seiten. Zusätzlich wurde sie mit Palisadenwänden gesichert. "Natürlich gab es damals bereits geltendes Recht, nach dem Überfälle und Plünderungen verboten waren. Es gab aber keine polizeiähnliche Instanz, die Schutz geboten hätte", erläuterte Hering. "Also mussten die Siedler und einfachen Bauern sich selbst schützen vor herumziehenden Banditen und retteten sich und ihre Familien bei Angriffen in die Burg."

In einer Keilbohrung wurden vor einigen Jahren die Zivilisationsspuren von der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft untersucht. Der größte Teil der Burg ist aber versiegelt geblieben. "Die ersten Untersuchungen ergaben keine ungewöhnlichen Ergebnisse. Deshalb belassen wir auch hier das Objekt im Schutz des Bodens und für zukünftigen Archäologen." 

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