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Bomlitz löste Meckelfeld als Pulverlieferant ab

03/2017 - Seit der Entwicklung von Geschützen und Schusswaffen entwickelte sich Schießpulver zum Stoff, der über Sieg oder Niederlage, politische Macht und Reichtum entschied. Wer gute Handelsbeziehungen hatte, Salpeter, Holzkohle und Schwefel als Bestandteile zu beschaffen, und die Techniken in Pulvermühlen beherrschte, konnte seine Armee schlagkräftig machen. Auf Einladung des FORUM stellte der Historiker Carsten Walczok seine Promotion vor, in der er die Geschichte des Schießpulvers in Norddeutschland und die Bedeutung der Pulvermühlen in Meckelfeld und Bomlitz im 18. und 19. Jahrhundert untersuchte.

Dabei war Meckelfeld der Vorgänger der Pulvermühlen der Familie Wolff als Pulverlieferant der Fürsten von Hannover. Bereits im 18. Jahrhundert lieferte die Meckelfelder Mühle einen großen Teil an die Hannoversche Armee. Das Stampfen, Rühren und Polieren des Pulvers funktionierte gut, die Technik war unter Kontrolle. Und auch die Geschäfte waren ansehnlich, bis die Mühle Ende des 18. Jahrhunderts bei einer Explosion vollständig zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde.

Die Entwicklung des expandierenden Königreichs Frankreich verhinderte dann auch vorerst weitere Investoren, zeigte aber, dass der Bedarf an Schießpulver in Europa und Übersee ein lohnendes Geschäft versprach. Nach der Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress entstand dann 1815 die Wolffsche Pulvermühle, die von August Wolff und zwei Mitgesellschaftern geleitet wurde. Das Königreich Hannover war neu entstanden, hatte große Nachfrage, und die Bomlitzer Pulverfabrikation eine geschätzte Qualität. Sie übernahm die marktführende Rolle gegenüber dem Kunden Hannover, die rund zwanzig Jahre vorher Meckelfeld ausfüllte.

So sei der Wandel der Mühlennutzung in der Region direkt mit der politischen Situation in Europa verbunden gewesen. In dieser Lage wurde aus einem kleinen Betrieb nach einigen Betriebszukäufen ein Unternehmen, dass untypisch für die Zeit seine Produktion bereits industriell organisierte und auf innovative Produktverbesserungen wie das rauchlose Pulver oder Prozessverbesserungen in der Trocknung setzte.

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