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Landarzt Dr. Bock kam auch bei Wind und Wetter

05/2019 - Dr. med. Heinrich Carl Bock (1797 bis 1884) war im 19. Jahrhundert der zuständige Landarzt mit Praxis in Fallingbostel. Sein Gebiet reichte von Visselhövede bis Bergen und von Wietzendorf bis in die Allermarsch und umfasste damit auch die heutige Gemeinde Bomlitz. Als Erinnerung an eine besondere Begebenheit pflanzte er 1849 auf dem Weg nach Kroge an der heutigen K164 (Höhe Einbiegung Richtung Fimmelsen) eine Eiche, die später mit einem Gedenkstein ergänzt wurde. Bei seiner Einweihung bekräftigte man: "Sein Andenken ist im Herzen der Bevölkerung festgewurzelt, wie dieser Baum." Den Stein gibt es noch, der Baum musste vor einigen Jahren weichen.

Dr. Bock war bekannt dafür, dass er sich nachdrücklich um seine Patienten kümmerte. Als z.B. für das Schreiben eines Rezepts weder Papier noch Tinte zur Verfügung standen, schrieb er kurzerhand das Rezept mit Kreide auf die Küchentür, die vom Knecht schließlich ausgehängt und zum Einlösen zur Apotheke gebracht wurde.

Bei einer anderen Begebenheit verschrieb er dem Kranken, Blutegel auf die schmerzende Stelle zu setzen. Am nächsten Tag ging es dem Bauern besser. Seine Frau berichtete aber, dass das einige Arbeit gewesen sei: Acht Stück habe er herunterbekommen, die anderen hätte sie ihm erst in der Pfanne anbraten müssen.

Die Eiche pflanzte er schließlich an dem Ort, an dem er von einem Ast gerettet wurde: Er befand sich in einer stürmischen Nacht auf dem Weg nach Bommelsen zu einem Patienten in Lebensgefahr. Als die Pferde seines Gespanns in dem Unwetter durchgingen, konnte er sich spontan an einem querhängenden Ast festhalten und aus der Kutsche retten. An diesem Ort pflanzte er die Eiche, für die heute noch der Gedenkstein zu finden ist.

Quelle: Walsroder Zeitung vom 24.07.2018, Seite 7: "Blutegel als Heilgehilfen - auch gebraten"

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