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EIBIA und Ortsgeschichte

EIBIA-Relikte gibt es auch heute noch im Ortsbild

03/2018 - Von den rund 300 Gebäuden der EIBIA sind nach der Demontage und Sprengung bis 1950 nur wenige geblieben. Einige davon, die am Rand des ehemaligen Industriegeländes liegen, wurden privat umgenutzt. Im Fuhrenkamp in Bomlitz kann man heute noch das Lager für feuchte Wolle sehen, das privat als Garage und Werkhalle genutzt wird. Gegenüber findet man ein Wohnhaus mit auffälligem kleinem Anbau. Hier saß zu EIBIA-Zeiten ein Pförtner an einem Nebentor, der den Zugang zum Werk kontrollierte. Das Haupttor der EIBIA befand sich in der Poststraße in Benefeld. Auch dieses Gebäude wird als Wohnhaus genutzt.

 

Heute wäre Michael Hordyjczuk 93 Jahre alt

12/2017 - Am 26. Dezember hätte der Ukrainer Michael Hordyjczuk seinen 93. Geburtstag gehabt. Im Alter von 17 Jahren wurde er im Juni 1942 aus dem Kreis Kovel wie viele andere auch als Zwangsarbeiter nach Bomlitz/ Benefeld gebracht, um bei der EIBIA zu arbeiten. Sein (Zwangs-)Arbeitgeber war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zum größten Pulverproduzenten des Dritten Reichs aufgestiegen. Nahezu ein Drittel des verbrauchten Pulvers kam aus den Werken in Bomlitz, Dörverden und Liebenau.

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Plötzlich war ein "Marketing"-Wechsel nötig

09/2017 - Firmengründer August Wolff war ein tüchtiger Geschäftsmann. Als die Bomlitzer Mühle 1815 noch Papier herstellte, war das schon ein lukratives Geschäft. Die modernen Staaten wie Preußen oder das heimische Königreich Hannover bauten ihre Verwaltungen immer weiter auf und benötigten für Formulare und Urkunden Papier in wachsenden Mengen. August Wolff erkannte aber bereits: Schießpulver war ein Geschäft mit noch mehr Gewinn. So entwickelte sich die Firma Wolff zum "Haus- und Hoflieferanten" für das Militär des Königreichs Hannover mit besten Kontakten zur Regentenfamilie.

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Neue Exponate bereichern die Industrieausstellung

10/2017 - Nach dem Ersten Weltkrieg suchte die Firma Wolff & Co. nach neuen Produktionsfeldern als Ersatz für die weitgehend verbotene Pulverherstellung. Im Herbst 1919 kam die Fertigung von Kunststoffplatten für die Elektroindustrie ins Gespräch. Daraus entwickelte sich ab Anfang 1920 dann die Produktion von sogenanntem Pressmaterial, das die Namen „Kiwitan“ und „Waloplast“ erhielt und dem bekannten Bakelit ähnlich war. Im Laufe der Zeit wurde die Produktpalette immer mehr erweitert. Bald nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die Produktion „auf behördliche Anordnung als zu wenig kriegswichtig aufgegeben“.

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Bomlitzer Ortsgeschichte beginnt in der Eiszeit

03/2017 - Eigentlich hatte Wolfgang Wasser nur aus eigenem Interesse Spuren und Daten gesammelt und recherchiert, um die Eiszeit in seiner Heimatregion zu untersuchen. Schließlich bekam seine Ausarbeitung aber wissenschaftlichen Charakter und lohnte sich, veröffentlicht zu werden. Historiker Thorsten Neubert-Preine freute sich über das besondere Thema und die fachkundige Aufarbeitung. Gemeinsam mit dem Geschichtshaus-Verein wurde ein Rückblendeheft herausgegeben, das Wasser bei seinem zweiten Vortrag im FORUM vorstellte.

 

Die Region hätte sich anders entwickelt

09/2017 - Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte Wohnungsnot in der Region. Der EIBIA-Geschäftsführer Claassen schlug deshalb der britischen Militärkommandantur vor, die Bunker und Gebäude der EIBIA nicht zu sprengen, sondern zivil umzunutzen. Er hatte dazu Architektenzeichnungen anfertigen lassen, die zeigten, wie aus manchen Gebäuden Wohnhäuser gestaltet werden konnten, aus anderen aber auch ein Kindergarten, ein Seniorenheim, ein Rathaus oder auch Ladengeschäfte. Die Briten lehnten ab, und fast der gesamte Bestand an Gebäuden in der Bomlitzer EIBIA wurde zerstört.

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Auch auf Gewitter war man in der EIBIA vorbereitet

06/2017 - Neben dem Fahrradweg, der zur Oberschule Bomlitz führt, lagen die Fertigwarenlager der EIBIA, der größten Pulverfabrik im Dritten Reich. Die Schutzwälle und die Zuwegungen für die Elektrokarren sind noch erkennbar. Auf den Wällen sieht man die Ausmaße der ehemaligen Lagerhallen. Bei den Sprengungen nach dem Zweiten Weltkrieg machten es sich die Briten einfach: Die Pfosten der Skelettbauweise aus Stahlbeton wurden gesprengt, der Rest brach automatisch zusammen. Auf den Wällen sieht man noch die Sockel für die Blitzableiterstangen, die mehrere Meter hoch ragten und die Hallen bei Gewitter schützten.

 

Auf archäologischen Spuren durch Borg

05/2017 - Gewässer bedeuteten in der Geschichte Zugang zu Lebensmitteln, Schutz und auch Transportmöglichkeiten. Im "Flussdelta" der Gemeinde Bomlitz aus Warnau, Bomlitz und Böhme siedelten daher nachweisbar bereits in der Bronzezeit vor rund 3.500 Jahren Menschen und bestatteten ihre Verstorbenen in Hügelgräbern. Für das FORUM führte Dirk Hering von der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft die Gäste zum Gräberfeld in Borg. Anschließend besichtigte die Gruppe die mittelalterliche Borger Burg, von der heute nur noch Spuren erkennbar sind.

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Ein prominenter Zeitzeuge zu Gast

03/2017 - In 200 Jahren Industriegeschichte der Firma Wolff hat nach dem Zweiten Weltkrieg auch die Arbeitnehmervertretung eine lange Tradition. Helmut Schlüter als Vorsitzender in den 1950er und 1960er Jahren wurde legendär, und auch Personal für bundesweite Funktionen startete hier in den Beruf. Hubertus Schmoldt, Vorsitzender der IG BCE von 1995 bis 2009, wurde Anfang der 1960er Jahre bei Wolff zum Maschinenschlosser ausgebildet. Als prominenter Gast besuchte er nun die Ausstellung zur Bomlitzer Industriegeschichte, die von Historiker Thorsten Neubert-Preine betreut wird, und fand sich auf einem alten Zeitungsausschnitt wieder.

 

Die EIBIA Liebenau erzählt eine dunkle Geschichte

03/2017 - Die EIBIA GmbH für chemische Produkte hatte ihren Sitz und den ersten Produktionsstandort in Bomlitz und zwei weitere Fabriken in Dörverden und Liebenau. Liebenau hatte dabei mehr als 400 Gebäude, und das Gelände war ca. viermal so groß wie das in Bomlitz. Zusammen war die EIBIA der größte Pulvererzeuger im Dritten Reich. Das FORUM besuchte Liebenau mit einer Gruppe und wurde vom örtlichen Historiker Martin Guse durch das Gelände geführt, der von einer dunklen Geschichte berichtete. Ein Verein unter seiner Leitung arbeitet diese Geschichte auf. 

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Bomlitz löste Meckelfeld als Pulverlieferant ab

03/2017 - Seit der Entwicklung von Geschützen und Schusswaffen entwickelte sich Schießpulver zum Stoff, der über Sieg oder Niederlage, politische Macht und Reichtum entschied. Wer gute Handelsbeziehungen hatte, Salpeter, Holzkohle und Schwefel als Bestandteile zu beschaffen, und die Techniken in Pulvermühlen beherrschte, konnte seine Armee schlagkräftig machen. Auf Einladung des FORUM stellte der Historiker Carsten Walczok seine Promotion vor, in der er die Geschichte des Schießpulvers in Norddeutschland und die Bedeutung der Pulvermühlen in Meckelfeld und Bomlitz im 18. und 19. Jahrhundert untersuchte.

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